ZDF: EM-Rahmenprogramm steht in der Kritik

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Während die Spiele der Fußball-Europameisterschaft überwiegend für gute Laune bei den Fernsehzuschauern sorgen, kann das Rahmenprogramm des ZDF kaum überzeugen. Katrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn moderieren vom Strand der Ostsee – und wirken dabei wie im „Fernsehgarten“.

In der Theorie klingt alles so gut: Eine Bühne an einem der schönsten Strände Deutschlands und das mitten im Sommer. In der Praxis wirken die ZDF-Übertragungen im Rahmenprogramm der Fußball-EM vom Usedomer Strand allerdings ziemlich blutleer und steif. Von einem „Rentner-Spektakel mit ‚Fernsehgarten‘-Atmosphäre“ schreibt „Stern.de“, eine „Art AOK-Kongress“ beobachtet die „Süddeutsche Zeitung» und die „Bild“ titelt: „Mit dem Zweiten sieht man Wasser“.

„Die Kritik, die ich bisher auch in dieser Vehemenz gelesen habe, entspricht nicht den Rückmeldungen, die wir bekommen von unseren Zuschauern. Die ist nämlich überwiegend positiv“, sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Das Konzept des Fußballstrandes sei, die Fans direkt ins Geschehen einzubinden, ihnen zu zeigen, wie Fernsehen und Fußball zusammenwirken, so wie bei der WM 2006 im Berliner Sony Center oder der EM 2008 mit der Bühne am Bodensee. „Usedom ist eine Nahtstelle zwischen Deutschland und Polen.“ Warum aber nicht in Polen oder der Ukraine direkt? „Weil Sie das dort nicht machen könnten, denn da würde kein Zuschauer Sie verstehen.“

Tatsächlich fallen bei den ZDF-Übertragungen die schönen Hubschrauberbilder vom Heringsdorfer Strand ins Auge; oft wird nach Interviews von der Kamera auf schwappende Wellen, das sandige Ufer oder die bekannte Seebrücke geschwenkt. Zu viel Tourismus-TV, meinen die Kritiker. „Ich glaube nicht, dass das vom Fußball ablenkt“, entgegnet Gruschwitz. „Wir haben Sendeflächen von über sieben Stunden – von 16.15 bis 23.15 Uhr“, da brauche es auch Abwechslung. „Wir werden nichts ändern, das Konzept steht.“

Die leeren Stühle am Fußballstrand seien anfangs ein Problem gewesen. „Die Auslastung an den ersten beiden Sendetagen lag bei etwa 80 Prozent“, sei aber beim Spiel Deutschland-Holland auf „100 Prozent oder noch mehr“ gestiegen. Auch ab dem Viertelfinale sei die Arena mit rund 1000 Zuschauern immer ausverkauft – dafür habe die Bäderverwaltung gesorgt, die die Tickets vertreibt.

Das ZDF punktet bei den Kritikern mit der Moderatorin Jeannine Michaelsen. Als Online-Expertin und glühende Anhängerin des 1. FC Köln verbindet sie Internet- und Fußball-Sachverstand auf charmante Weise und brachte sogar Torwart-Titan Kahn zum Twittern. [Patrick T. Neumann/ps]

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61 Kommentare im Forum

  1. AW: ZDF: EM-Rahmenprogramm steht in der Kritik Auch Sendetechnisch hatte man bisher so manchen Aussetzer und anfangs massive Tonprobleme.
  2. AW: ZDF: EM-Rahmenprogramm steht in der Kritik Was mich am meisten stört, ist die Umschaltung der verschiedenen Tonformate. Warum kann man nicht alles in einem Format senden? Ständig diese Unterbrechungen, sei es für das Stückchen eingespielte Lied von Linkin Park, das musikuntermalte EM Logo oder die Werbung.
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