ZDF: über „Helmut Schmidt – Der deutsche Kanzler“

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Mainz – „Helmut Schmidt – Der deutsche Kanzler“ ist ein Film von Ruprecht Eser und Gunter Hofmann.

Ausgestrahlt wird der Film morgen um 20.15 Uhr. Acht Jahre lang, zwischen 1974 und 1982, hat Helmut Schmidt als Kanzler die Geschicke der Bundesrepublik Deutschland gelenkt. Am 23. Dezember wird der „Lotse“, wie er genannt wurde, 90 Jahre alt. Der 85-jährige Henry Kissinger drückt seine Glückwünsche auf seine Weise aus: „Ich hoffe, dass er mich überlebt. Denn ich will nicht in einer Welt ohne Schmidt sein.“

Wie blickt Helmut Schmidt selbst auf seine Kanzlerjahre zurück? In zwei langen Interviews sprach er mit den Autoren Ruprecht Eser und Gunter Hofmann, die ein politisches Porträt des Staatsmannes zeichnen.
 
In der Dokumentation kommen neben Schmidt auch seine politischen Weggefährten und Gegner zu Wort. Sie beschreiben den Kanzler und den Menschen Helmut Schmidt aus ihrer heutigen Sicht.
 
Schmidt äußert sich zum Ende der sozialliberalen Koalition 1982. Sein Verhältnis zum damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der die „Wende“ zu einer CDU/FDP-Regierung vollzog, beschreibt der Ex-Bundeskanzler auch heute noch als „höflich und kühl“.
 
Genscher selbst schildert den Hanseaten Schmidt als einen Mann, „der in der Stunde der Gefahr, der Bedrohung, der Mann ist, der sich mit Umsicht, aber auch Kaltblütigkeit und Klarheit und mit quälender Verantwortung den Problemen stellt“.
 
Eigenschaften Schmidts, die vor allem auch im Krisenjahr 1977 und im Kampf gegen den RAF-Terrorismus sichtbar werden, bei der Entführung und Befreiung der Geiseln in der Lufthansa-Maschine „Landshut“, bei der Entführung und Ermordung des Arbeitgeber-Präsidenten Hanns-Martin Schleyer.
 
Schmidts langjähriger Weggefährte, Frankreichs ehemaliger Präsident Giscard d´Estaing, beschreibt seinen Freund so: „Er ist kein Mann der Ausflüchte. Er sagt, was er denkt, und er ist sehr treu. Wenn er dir etwas verspricht, dann hält er das.“
 
Vielleicht liegt darin die Erklärung für Schmidts andauernde Popularität, sein Ansehen gerade auch bei den Jüngeren und warum er, je älter er wird, für immer mehr Menschen „der deutsche Kanzler“ ist.
 
Das Porträt zeichnet die politischen Schwerpunkte seiner Kanzlerjahre nach: Energiekrise und Weltwirtschaftsprobleme, Terrorismus und Verbreitung von Nuklearwaffen. Themen, die auch heute wieder oder weiter aktuell sind.
 
Der Film kehrt an jene Orte zurück, die prägend waren für die Amtszeit dieses Kanzlers: sein Büro im Bonner Kanzleramt, wo er die Einsamkeit und Kälte der Macht in schwierigen Entscheidungen spürte, nach London, wo er seine wegweisende Rede hielt, die später zum NATO-Doppelbeschluss führte, an den Werbellinsee, wo er Erich Honecker traf, ins Schloss Rambouillet bei Paris, wo die G7-Treffen der großen Industrie- und Wirtschaftsstaaten begründet wurden und an den Brahmsee in Schleswig-Holstein, wo er immer wieder Kraft getankt hat und wo er auch heute noch gern mit seiner Frau Loki ist.
 
Den 90. Geburtstag wird Schmidt am 23. Dezember im kleinen Kreis vertrauter Freunde in Hamburg-Langenhorn feiern. Im Rückblick auf die Kanzlerschaft sagt er kurz vor seinem Geburtstag: „In meinen Augen sind die acht Kanzlerjahre zwar wichtig, aber nicht das Wichtigste in meinem Leben. Das Wichtigste in meinem Leben war die Nazizeit und der Krieg. Über die Kanzlerjahre kann ich nur sagen: Sie waren anstrengend.“[ar]

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5 Kommentare im Forum

  1. AW: ZDF: über "Helmut Schmidt - Der deutsche Kanzler" Das wird ein absolutes Highlight und ist bei mir erst mal vorgemerkt. Da schalte ich sogar mal das ZDF ein.
  2. AW: ZDF: über "Helmut Schmidt - Der deutsche Kanzler" Der Film wird nicht am 9. Dezember sondern am 16. Dezember ausgestrahlt.
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