Zum 40. Geburtstag kehrt „Dalli Dalli“ nach 25 Jahren zurück

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Nach 25 Jahren kehrt „Dalli Dalli“ zurück. Zwischen 1971 und 1986 präsentierte Hans Rosenthal 153 Mal „Dalli Dalli“. Zum 40. Geburtstag im Jahr des Doppeljubiläums, kommt das beliebte Quiz wieder.

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Das waren noch Zeiten im Fernsehen: Die Bühne mit der Bienenwaben-Optik! Die Schnellrate-Runde! Das Klick-Spiel! Der eingefrorene Luftsprung des Moderators! Und natürlich der Spruch „Sie sind der Meinung: Das war spitze!“ Die Rateshow „Dalli Dalli“ ist ein Klassiker der TV-Unterhaltung.
 
An diesem Freitag (13. Mai) vor 40 Jahren hat das ZDF die erste Ausgabe mit Quizmaster Hans Rosenthal gesendet, am 11. September vor 25 Jahren seine letzte. Meistens waren mehr als zehn, oft auch mehr als 15 Millionen Zuschauer dabei.
 
„‚Dalli Dalli‘ war Pflichttermin. Meine Eltern, mein Bruder und ich haben die Show jede Woche zusammen angesehen, dabei belegte Brote gegessen und mitgeraten“, zitierte die Zeitung „Bild am Sonntag“ den Moderator Kai Pflaume (43). Pflaume soll die Show noch 2011 im NDR Fernsehen wiederbeleben. Eine ZDF-Neuauflage in den 90er Jahren mit Andreas Türck war relativ erfolglos. „Dalli Dalli“, das war das „Quiz für Schnelldenker“.
 
Die Show ist der Inbegriff für Familienfreundlichkeit im Fernsehen – ein Stück TV-Geschichte aus der goldenen Ära der Öffentlich-Rechtlichen, als noch keine Privatsender ARD und ZDF vor sich her trieben. Das erspielte Geld ging an einen guten Zweck, an Familien in Not.
 
Wie bei heutigen Castingshows gab es auch bei „Hänschen“ Rosenthal, wie die Nation den schmächtigen Showmaster nannte, eine sogenannte Jury. Doch diese Jury verbreitete gute Laune statt böser Sprüche und ließ quasi alles gelten, was die Kandidaten vorführten.

Unvergessen auch: Die Ohrwurm-Titelmusik und das Orchester von Heinrich Riethmüller, die herzliche Begrüßung „Guten Abend, liebe Dalli-Dalli-Freunde!“, der Schnell-Zeichner Oskar, der die Promis auf Papier bannte, die Aktionsspiele, bei denen es um Geschicklichkeit und körperlichen Einsatz ging wie Luftballons in einer Schubkarre kutschieren oder Wurstmasse formen, die aus einer Wurstmaschine schoss. Gedächtnis blieb außerdem das Spiel „Dalli Klick“, bei dem Fotos erst nach und nach freigelegt wurden und zu erraten waren.
 
Jeweils acht Promis waren in der Show dabei, in Rosenthals 15 Jahren waren es mehr als 1 200. In der ersten Show waren beispielsweise die Schauspieler Lieselotte Pulver und Fritz Eckhardt zu Gast, Cornelia Froboess trat als Sängerin auf. Später spielten auch Promis wie Maria Schell, Paul Breitner oder Alice und Ellen Kessler mit.
 
Die Kandidaten wurden immer in Gruppen eingeteilt, zum Beispiel „Theater gegen Tatkraft“ (zwei Schauspieler gegen zwei Berufstätige mit außergewöhnlichem Job) oder „Tanzmusik gegen Tonleiter“ (zwei Schlagerstars gegen zwei Komponisten). Jeweils zwei Teams bekamen die gleichen Aufgaben, die sie in wenigen Sekunden, lösen mussten.
 
„Sie haben die Chance, Napoleon zu interviewen. Was werden Sie ihn fragen?“, stellte Rosenthal mal dem Team Thomas Gottschalk und Mike Krüger als Aufgabe. Oder: „Sie beide fahren vier Wochen in den Urlaub: Was dürfen Sie keinesfalls vergessen?“
 
Der legendäre Luftsprung kam auf Wunsch des Saalpublikums zustande, das zwei Kandidaten per Knopfdruck mit Extra-Punkten belohnen konnte. Wenn die Mehrheit drückte, ertönte eine Sirene. Rosenthal rief: „Sie sind der Meinung: Das war spitze!“ Beim Wort „spitze“ stimmten alle ein. Rosenthal sprang hoch, das Bild stoppte und „Hänschen“ hing kurz mit angewinkelten Beinen in der Luft.
 
Wer über „Dalli Dalli“ schreibt, darf Hans Rosenthal nicht nur als lustigen kleinen Unterhalter sehen. Der Sohn eines jüdischen Bankbeamten hatte im ersten Teil seiner „Zwei Leben in Deutschland“, wie er seine Autobiografie 1980 nannte, wenig zu lachen. Nach dem frühen Tod seiner Eltern wurde er von Heim zu Heim geschoben, seinen Bruder töteten die Nazis im KZ. Hans überlebte wie durch ein Wunder und mit Hilfe von zwei Frauen bis Kriegsende in einem Versteck in einer Berliner Kleingartenanlage. Danach hat sein „zweites Leben“ begonnen, eine beispiellose Karriere in Funk und Fernsehen.
 
30 Jahre gehörte er dem Berliner Sender RIAS an, später war er ein ZDF-Star und engagierte sich stark in jüdischen Glaubensorganisationen. Am 11. September 1986 moderierte Rosenthal noch „Dalli Dalli“, die Oktober-Sendung fiel wegen der Magenkrebs-Diagnose des Moderators aus. Er lag im Krankenhaus. Am 10. Februar 1987 starb Rosenthal. Er wurde nur 61 Jahre alt.
 
Am Schluss seiner Autobiografie schrieb Rosenthal: „Wenn mir die Kinder der Nachbarschaft „Dalli Dalli“ nachrufen, dann denke ich: Ja, ich habe mich eigentlich immer beeilt in meinem Leben. Nicht um dem Glück nachzulaufen, sondern um dem Unglück zu entgehen. Und dabei bin ich dann dem Glück begegnet.“[Gregor Tholl]

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13 Kommentare im Forum

  1. AW: Zum 40. Geburtstag kehrt "Dalli Dalli" nach 25 Jahren zurück Der lügt ja, soweit ich mich erinnern kann, war Dalli Dalli maximal einmal im Monat auf Sendung. Klar, Pflaume hat die Show jede Woche gesehen.
  2. AW: Zum 40. Geburtstag kehrt "Dalli Dalli" nach 25 Jahren zurück panne bei pflaume oder bild? dalli dalli kam nach meiner erinnerung 10 mal im jahr donnerstags zdf 1930 orf 2015 startzeit hier gibts eine liste aller originalsendungen und deren gäste Dalli Dalli ? Wikipedia
  3. AW: Zum 40. Geburtstag kehrt "Dalli Dalli" nach 25 Jahren zurück Hoffentlich dreht sich der gute Hans nicht im Grabe um!
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