Zuschauer von ARD und ZDF werden immer älter

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Bild: Destina - Fotolia.com
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München – Die Bemühungen von ARD und ZDF um eine Verjüngung ihrer Zuschauerstruktur blieben ohne Erfolg, denn in den vergangenen Jahren verloren sie weiter an jüngeren Zuschauern.

Wie eine Studie des ProSiebenSat.1- Vermarktungsunternehmens SevenOne Media zeigt, ist das Durchschnittsalter der öffentlich-rechtlichen Zuschauer von 1995 bis 2005 um weitere vier Jahre auf 58 Jahre gestiegen.

Die Zuschauer der Privatsender dagegen sind mit einem Durchschnittsalter von 43 Jahren nicht nur 15 Jahre jünger als die öffentlich-rechtlichen Zuschauer. RTL, Sat.1, ProSieben & Co. treffen darüber hinaus altersmäßig exakt die Mitte der deutschen Bevölkerung, deren Durchschnittsalter nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2005 ebenfalls 43 Jahre betrug.
 
Auch die künftige Altersentwicklung der deutschen Bevölkerung wird an der Überalterung der ARD und ZDF-Zuschauer tendenziell nichts ändern: So prognostiziert die Bertelsmann-Stiftung in ihrem aktuellen Projekt „Aktion demographischer Wandel“ für das Jahr 2020 ein Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung von 47 Jahren. Damit sind die öffentlich-rechtlichen Zuschauer auf Basis ihres aktuellen Nutzungsalters selbst in 14 Jahren noch elf Jahre älter als der Bevölkerungsdurchschnitt.
 
Zwischen 1995 und 2005 gingen die Jahresmarktanteile bei den 14- bis 19-jährigen Zuschauern von 23 auf 16 Prozent und bei den 20- bis 29-Jährigen von 25 auf 17 Prozent zurück. Im selben Zeitraum stiegen ihre Marktanteile bei den über 70-jährigen Zuschauern von 60 Prozent auf 71 Prozent (plus 11 Prozentpunkte). Das Durchschnittsalter aller Fernsehzuschauer in Deutschland ist als Folge der Überalterung der öffentlich-rechtlichen Sender zwischen 1995 und 2005 von 47 auf 50 Jahre gestiegen. Insgesamt sind die Marktanteile der privaten Sender umso höher, je jünger die Zuschauer sind. Und je älter die Zuschauer sind, desto häufiger schalten sie ARD und ZDF ein. So erreichen die öffentlich-rechtlichen Sender bei den 75-jährigen Zuschauern einen Marktanteil von 68,4 Prozent, die Privatsender 29,4 Prozent. Die Privatsender dagegen verzeichnen bei den 14-jährigen Zuschauern einen Jahresmarktanteil von 81 Prozent, die öffentlich- rechtlichen Sender von nur 15,9 Prozent (siehe Grafik im Anhang).
 
Ihre höchsten Marktanteile erzielen die Privatsender bei den 14- bis 19- Jährigen mit 80,2 Prozent und bei den 20- bis 29-jährigen Zuschauern mit 77,7 Prozent. Dagegen erreichen die öffentlich-rechtlichen Sender besonders stark die ab 70-Jährigen mit einem Marktanteil von 71 Prozent und die 60- bis 69-jährigen Zuschauer mit 60,3 Prozent. Insgesamt sind über 70 Prozent der Zuschauer von ARD und ZDF über 50 Jahre alt (ARD: 72,4 Prozent, ZDF: 75,3 Prozent). Der prozentuale Zuschaueranteil bei den jungen Zielgruppen unter 30 Jahre, der immerhin 28,6 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, liegt bei ARD (6,7 Prozent) und ZDF (5,5 Prozent)dagegen bei unter 7 Prozent .
 
Selbst mit ihren Nachrichtensendungen – und damit im Kernbereich des öffentlich-rechtlichen Grundversorgungsauftrages – verlieren ARD und ZDF bei den jüngeren Zuschauern zunehmend an Boden. Nach Marktanteilen führt in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen „RTL Aktuell“ mit 18,3 Prozent vor der ARD-„Tagesschau“ (13,6 Prozent) und den „Sat.1 News“ mit 12,1 Prozent. Die ProSieben „Newstime“ erzielte mit 9,1 Prozent höhere Marktanteile als „heute“ vom ZDF, das nur 7,5 Prozent der 14- bis 49- jährigen Zuschauer erreicht. [sch]

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  • Inhalte_Fernsehen_Artikelbild: Destina - Fotolia.com

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