Gérard Depardieu: „Spiele Strauss-Kahn, weil ich ihn nicht mag“

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Bild: © Romolo Tavani - Fotolia.com
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Mit unzähligen Film-Klassikern zählt der französische Schauspieler Gérard Depardieu seit Jahren zu den internationalen Schauspiel-Stars. Derzeit ist er in der aktuellen Verfilmung von „Asterix & Obelix“ zu sehen – doch der 63-jährige wird nicht müde und plant schon die nächsten zehn Filme. Unter anderem will er auch Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn spielen.

Er genießt das Leben in vollen Zügen – und eher peinliche Vorfälle steckt Gérard Depardieu mit Humor weg. Das Schauspieler-Schwergewicht liebt eine Rolle ganz besonders: Den naiven, dicken Obelix. Bereits zum vierten Mal spielt Gérard Depardieu (63) den bezopften Gallier mit den Zauberkräften. „Wenn ich in seiner Rolle lebe, dann erhole ich mich von den Menschen und ihren Gedanken“, sagt der französische Schauspieler bei der Vorstellung von „Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät“ in Berlin.
 
Obelix habe die wunderbare Fähigkeit, über die Schönheit des Lebens und der Natur staunen zu können. Mit dem großen Obelix-Bauch zu spielen, sei gar nicht so schwierig, meint Depardieu. „Es ist viel schwieriger, meine Beleibtheit im normalen Leben auszuhalten. Ich mag keine Diäten“, bekennt der schwergewichtige Franzose.
 
Also genießt Depardieu lieber weiter und strahlt so Lebensfreude puraus. Bei der Pressekonferenz in Berlin leistet er seiner von ihm sehrverehrten Filmpartnerin Catherine DeneuveGesellschaft beim Rauchen – und am meisten freut er sich über dieFrage, wie seine Weinernte ausgefallen sei. „Wir versuchen, einenehrlichen Wein zu machen, der den Trinkenden respektiert“, sagtDepardieu, der eigene Weinberge und mehrere Restaurants in Parisbesitzt.

Zuletzt sorgte Depardieu allerdings mit ziemlich ungebührlichem Verhalten für weltweite Schlagzeilen. Vor dem Start eines Flugzeugs von Paris nach Dublin wollte er im vergangenen Jahr unbedingt noch einmal auf die Toilette, was eine strenge Stewardess aber nicht zuließ. Da griff der Filmstar zu einer Flasche. „Ich sagte, Madame, ich muss pinkeln. Ich bin nicht krank, ich bin kein Terrorist. Ich muss einfach nur pinkeln.“ Dummerweise ging einiges daneben („Das Fläschchen war für mich einfach zu klein“). Alkohol sei nicht der Grund für seine Not gewesen, sagte der Schauspieler später und nahm seinen peinlichen „Pinkelvorfall“ mit Humor.

Fast 200 Filme hat der am 27. Dezember 1948 geborenen Depardieu inzwischen gedreht – dazu gehören Filmklassiker wie „Die Ausgebufften“, „Die letzte Metro“ oder „Cyrano de Bergerac“. Schnell machte der Franzose mit dem Charakterkopf auch international Karriere. Gekonnt unterläuft Depardieu bis heute gängige Vorstellungen und Sehgewohnheiten.
 
Vermeintlich starke, abgebrühte Typen, die in seinen Filmen ihre weiche Seite zeigen, sind Depardieus Spezialität. Immer wieder steht er zusammen mit der weiblichen Ikone des französischen Kinos, Catherine Deneuve, vor der Kamera. Zuletzt unter anderem in der Komödie „Das Schmuckstück“. In „Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät“ tritt Deneuve als Königin von Britannien auf.
 
Fast ein Dutzend neue Filmprojekte hat Depardieu in Planung. Auch in Deutschland wird der Franzose demnächst drehen. Im Studio Babelsberg steht er zusammen mit Léa Seydoux und Vincent Cassel für eine Neuauflage des Märchens „Die Schöne und das Biest“ als Vater der Schönen vor der Kamera. Außerdem will Depardieu seinen Landsmann, den früheren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn spielen. „Ja, ich werde es machen und zwar, weil ich ihn nicht mag“, sagte Depardieu zu dem geplanten Film über die Sex-Affäre von Strauss-Kahn in New York.Archiv
[Elke Vogel/hjv]

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