James Cameron über Tiefseeabenteuer: „Wie auf dem Mond“

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Bild: © Romolo Tavani - Fotolia.com
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Als „Beginn der Eroberung einer neuen Welt“ hat James Cameron sein Rekordtauchgang bezeichnet. Doch nach dem Ausflug zum tiefsten Punkt der Weltmeere bleibt dem Star-Regisseur kaum Zeit zum Erholen: Am Dienstag wurde er zur Weltpremiere der 3D-Version von „Titanic“ in London erwartet.

Total einsam, unwirklich, „wie auf dem Mond“. So beschreibt Star-Regisseur James Cameron den tiefsten Punkt der Weltmeere. Er habe bei seinem Rekordtauchgang, nahezu 11 000 Meter unter dem Meeresspiegel des Westpazifiks keine Riesenkraken oder andere seltene Meeresbewohner entdeckt, sagte der 57-Jährige nach seiner Rückkehr am Montag über eine Satellitenverbindung. Der „Titanic“- und „Avatar“-Regisseur war als erster Mensch allein in einem U-Boot in das Challengertief hinabgetaucht.
 
Nach Angaben der National Geographic Society in Washington, die sein Abenteuer finanziell unterstützt, sah Cameron im Marianengraben nicht einmal Fische. „Die einzigen Schwimmer waren Amphipoden“, winzige krabbenähnliche Lebewesen. „Ich hatte die Vorstellung, dass sich Arten an die Tiefe anpassen könnten“, sagte er weiter. „Aber ich glaube kaum, dass wir das noch finden.“
 
Dem National-Geographic-Bericht zufolge hielt sich der kanadische Filmemacher und studierte Physiker drei Stunden im Challengertief des Marianengrabens auf, dem tiefsten Punkt der Erde. Mithilfe einer Phalanx von Scheinwerfern an seinem selbstentworfenen Mini-U-Boot begutachtete er die fremde Welt, die vor ihm nur zwei andere Menschen bei einer Expedition 1960 zu sehen bekommen hatten.

Während der Fahrt in die Tiefe und der noch schnelleren Rückkehr an die Meeresoberfläche habe er laut geschrien, bekannte Cameron. Als Schock habe er auch den extremen Temperaturwechsel in seinem Ein-Mann-„Torpedo“ empfunden. Wegen der Apparaturen sei es anfangs heiß „wie in einer Sauna“ gewesen. Knapp zweieinhalb Stunden nach dem Start am Meeresboden angekommen, habe er sich bei etwas über null Grad Celsius warm anziehen müssen.
 
Wegen eines Lecks im Hydrauliksystem konnte Cameron den Greifarm seines U-Boots nach einer Weile nicht mehr bewegen. Das hinderte ihn daran, die erhofften Proben von Lebewesen aus der noch unerforschten Tiefe des Pazifiks zu nehmen. „Für mich ist dies erst der Anfang“, tröstete er sich später auf der Jacht eines Freundes, „nicht ein einmaliges Unterfangen, sondern der Beginn der Eroberung einer neuen Welt.“
 
Die Ozeanographin Lisa Levin vom Scripps Institut in La Jolla (Kalifornien) lobte Cameron für die Aufmerksamkeit, die er mit seinem „Deepsea Challenge“-Programm auf den Meeresgrund lenke. „Aus meiner Sicht macht sich Cameron heute für die Tiefseegräben verdient wie Jacques Cousteau vor Jahrzehnten für die Meere allgemein“, sagte Levin in einem Interview von „National Geographic News“.
 
Derweil war der Oscar-Preisträger Cameron bereits unterwegs nach London, wo er am Dienstag zur Weltpremiere der neuen 3D-Version seiner „Titanic“ erwartet wurde. Das Melodrama über den Untergang des Luxusliners auf seiner Jungfernfahrt vor hundert Jahren zählt ebenso wie Camerons „Avatar“ zu den erfolgreichsten Filme weltweit. [dpa/su]

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