Robert de Niro: Vom „Taxi Driver“ zum umjubelten Chamäleon

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Bild: © Romolo Tavani - Fotolia.com
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Er gehört zu den ganz großen Hollywoods: Robert de Niro, der als „Taxi Driver“ seine Karriere begann. In mehr als 80 Filmen hat das „Chamäleon“ mittlerweile eindrucksvoll bewiesen, dass er wohl keine Rolle gibt, der er nicht gewachsen ist.

Robert De Niro steht zu seinem Alter, zumindest auf der Leinwand. Der Hollywood-Star, der an diesem Samstag (17. August) 70 Jahre alt wird, mimte zuletzt einen alternden Schürzenjäger mit grauweißem Bart, der mit Potenzmitteln nachhelfen muss. In der anzüglichen Hochzeits-Komödie „The Big Wedding“ lassen sich die Alt-Stars Diane Keaton, Susan Sarandon und De Niro auf allerhand sexuelle Verrenkungen ein. Ab November haut er in der Männer-Komödie „Last Vegas“ auf den Putz. Vier ergraute Jugendfreunde schmeißen in Las Vegas eine Junggesellenparty.
 
Als Comedy-Star machte De Niro in den letzten Jahren kräftig Kasse. In der Erfolgskomödie „Reine Nervensache“ mimte er einen für die Psychiater-Couch reifen Mafiaboss. In „Meine Braut, ihr Vater und ich“ und den zwei Hit-Sequels ist er der unmögliche Schwiegervater, der Ben Stiller das Leben schwer macht. Diese Slapstickauftritte sind Jahrzehnte und Welten von den Filmen entfernt, die De Niro zur Legende machten.

Die Szenen, in denen er 1976 als einsamer „Taxi Driver“ durch die düsteren Straßen New Yorks fährt, sind Kult. Er spielt die Figur seines in den Wahn abdriftenden Helden so dicht, dass der Film knapp 40 Jahre später nichts von seiner verstörenden Eindringlichkeit verloren hat. De Niro gilt seither als einer der größten Schauspieler Hollywoods – ein Experte für Außenseiter, gebrochene Charaktere und Menschen am Rande der Gesellschaft.
 
Völlig in seinen Figuren aufzugehen war De Niros besondere Kunst. Seine enorme Wandlungsfähigkeit trug ihm in Hollywood den Beinamen „Chamäleon“ ein. Besonders in seinen frühen Arbeiten bereitete er sich mit unendlicher Akribie auf seine Rollen vor. Für den Film „Wie ein wilder Stier“ (1980), der die Lebensgeschichte des Boxers Jake La Motta erzählt, nahm er fast ein Jahr lang Unterricht bei der Boxlegende. Um in der zweiten Filmhälfte den alternden Champion überzeugend spielen zu können, legte er 25 Kilogramm Gewicht zu.
 
Die Mühe lohnte sich: Für das Boxer-Porträt wurde der Schauspieler mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Schon 1975 hatte er für seinen Auftritt als Vito Corleone in Francis Ford Coppolas vielfach preisgekröntem Werk „Der Pate II“ einen Oscar als bester Nebendarsteller erhalten. De Niro lernte dafür monatelang den sizilianischen Dialekt.

Besonders prägend für seine Karriere war die Zusammenarbeit mit Meisterregisseur Martin Scorsese. Das Erfolgsduo drehte acht Filme zusammen – neben „Taxi Driver“ (1976) und „Wie ein wilder Stier“ etwa auch die Mafia-Dramen „Hexenkessel“ (1973), „Good Fellas“ (1990) und den Thriller „Kap der Angst“ (1991).
 
Robert De Niro wurde 1943 als Sohn einer italienisch-irischen Künstlerfamilie in Manhattan geboren. Seine Eltern ließen sich scheiden, als der Sohn drei Jahre alt war. Robert wuchs bei der Mutter im New Yorker Viertel Little Italy auf. Wegen seiner hellen Gesichtsfarbe hieß er dort nur Bobby Milk.
 
Mit 16 verließ er die Schule und tingelte mit Theatergruppen herum. Seine Ausbildung erhielt er in den Workshops von Lee Strasberg und Stella Adler, bei denen er seine später so perfekt beherrschte Art des „Method Acting“, des einfühlenden Schauspiels, lernte.
 
De Niro hat in über 80 Filmen mitgespielt und dabei kein Genre ausgelassen. Mit Jane Fonda glänzte er in dem romantischen Drama „Stanley & Iris“ (1989), mit Al Pacino in dem Action-Thriller „Heat“ (1995), mit Dustin Hoffman in der Politsatire „Wag the Dog“ (1997).
 
Die letzte seiner bisher sieben Oscar-Nominierungen holte er in diesem Jahr für seine Nebenrolle als Vater eines depressiven Sohnes in der Tragikomödie „Silver Linings“. Bei der Preisverleihung im Februar schnappte ihm aber Christoph Waltz („Django Unchained“) die Trophäe weg.
 
Die Hollywood-Erfolge konnten De Niro nicht von seiner Heimatstadt weglocken. Der leidenschaftliche New Yorker betreibt dort mit seiner Produktionsfirma Tribeca das gleichnamige Filmfestival. Er hatte es nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 initiiert, um bei der Wiederbelebung der wirtschaftlich angeschlagenen Gegend im Süden von Manhattan zu helfen.
 
In New York lebt der sechsfache Vater mit seiner zweiten Frau, Schauspielerin Grace Hightower (58). Ihr erster gemeinsamer Sohn, Elliot, wurde 1998 geboren. Mit 68 Jahren wurde De Niro dann noch einmal Vater. Eine Leihmutter brachte Tochter Helen Grace im Dezember 2011 zur Welt. [Barbara Munker/fm]

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