„Runner Runner“: Farbloser Thriller ohne Facetten

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Bild: © Romolo Tavani - Fotolia.com
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Die Begegnung von Justin Timberlake als smarter Zocker und Ben Affleck in der Gestalt eines skrupellosen Glücksspiel-Tycoons verspricht zunächst Hochspannung. Leider stellt sich das Drehbuch als großer Bluff heraus, über den auch nicht die hochkarätige Besetzung hinwegtäuschen kann.

Es könnte so einfach sein: Der richtige Einsatz, ein paar Klicks, die Nerven bewahren und er wäre aus dem Gröbsten raus. Aber für den Princeton-Doktoranden Richie Furst (Justin Timberlake) platzt der Traum vom schnellen Geld beim Online-Poker schneller als er geglaubt hatte. Dabei ist der smarte Zocker überzeugt, dass er übers Ohr gehauen wurde.
 
Prompt setzt sich er sich ins Flugzeug nach Costa Rica, um Ivan Block (Ben Affleck), den großspurigen Betreiber eines Online-Casinos, zur Rede zu stellen. Ein Duell zwischen zwei Männern, die alles auf eine Karte setzen, nimmt seinen Lauf. Und zwischen beiden steht die Geschäftsfrau Rebecca Shafran (Gemma Arterton), die ihre eigenen Ziele verfolgt.

„Runner Runner“ von Regisseur Brad Furman („Der Mandant“) entpuppt sich trotz hochkarätiger Schauspieler als lediglich routiniert, aber viel zu einfallslos und vorhersehbar inszenierter Thriller. Ein Spiel mit gezinkten Karten und zu vielen Bluffs. Wer am Ende als Sieger den Spieltisch verlässt, ist von Beginn an klar.
 
Als Richie in Costa Rica eintrifft, gibt sich der Glücksspiel-Tycoon Ivan versöhnlich und ermutigt den armen Studenten, in seine Firma einzusteigen und richtig reich zu werden. Richie zögert nicht lange, merkt aber schnell, dass alles faul ist in Ivans Imperium. Die korrupten örtlichen Behörden werden massiv bestochen, und wenn Ivan keinen anderen Ausweg weiß, gibt es da noch die hungrigen Krokodile im Privatteich. Aber Richie steckt längst drin im Schlamassel, und hat dann auch noch den CIA-Agenten Shavers (Anthony Mackie) am Hals, der mit seiner Hilfe das illegale Zockerimperium von Block zum Einsturz bringen will.

 
 
Das Drehbuch kennt fast nur Stereotype: Der junge Zocker Richie istletztlich ein grundsolider, sympathischer Typ, der aus purer Geldnot mitseiner Online-Zockerei ein wenig vom Pfad der Tugend abgekommen ist.Und dann lockt in Costa Rica das lockere Luxusleben mit permanenterPool-Party und Cocktails auf Luxus-Jachten.
 
Dem skrupellosenGlücksspiel-Tycoon Ivan Block dagegen steht das Haifisch-Lächeln sobreit ins Gesicht geschrieben, dass man jederzeit Sorge um seine Gegnerhaben muss. Was Oscar-Gewinner Ben Affleck („Argo“) an der Rolle eineseher tumben Schurken gereizt hat, dürfte sein Geheimnis bleiben.
 
Dendeutlich besseren Part hat sicherlich der umtriebige Justin Timberlake(„The Social Network“) erwischt, der als Sänger gerade seine Welttourneegestartet hat, seit Jahren die Albumcharts erobert und immer noch Zeithat, in etlichen Hollywoodfilmen mitzuspielen. Timberlake gibt wiedereinmal den smarten, netten Typen von nebenan, der am Ende natürlich auchdas Mädchen kriegt. Diese Rolle ist ihm mittlerweile wie auf den Leibgeschneidert – für die Spannung in diesem schwarz-weiß gezeichnetenThriller ist das fatal.Kinokritiken im Überblick
[Johannes von der Gathen/das]

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