Spendenaufruf von Heufer-Umlauf: Rettungsschiff nie ausgelaufen

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Bild: © Romolo Tavani - Fotolia.com
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Vor rund einem Jahr hatte TV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf zu Spenden für ein Seenotrettungsschiff aufgerufen – doch das Vorhaben ist gescheitert.

Es sei zwar einiges in die Ausstattung eines gecharterten Schiffes investiert worden, aber ausgelaufen sei es nicht. „Improvisieren beinhaltet auch immer die Möglichkeit zu scheitern“, sagte Heufer-Umlauf dem Medienblog „Übermedien“. „Ich denke, dass jedem Spender klar war, dass „David gegen Goliath“ eben auch heißen kann, dass Goliath die Nase vorn hat.“

In einem Video hatte der Moderator im Juli 2018, kurz nach der Beschlagnahmung des Rettungsschiffes „Lifeline“, über die „katastrophale Situation an der Außengrenze Europas und speziell auf dem Mittelmeer“ gesprochen. „Viele sind schon ertrunken in den letzten Jahren, einige aber nicht – weil sie gerettet wurden, von ehrenamtlichen Helfern.“ Man brauche jetzt Schiffe – und Geld dafür. Er werde in diesem Fall auch persönlich dafür Sorge tragen, dass es da ankomme, wo es hin muss. Rund 300 000 Euro von fast 7500 Spendern kamen zusammen.
Für das Projekt wurde der Verein Civilfleet gegründet. Er berichtete nun ebenso wie Heufer-Umlauf, dass ein Schiff mit dem Namen „Golfo Azzurro“ gechartert und ausgestattet wurde. Civilfleet schrieb am Sonntag auf seiner Internetseite: „Insgesamt war das Schiff aus unserer Sicht aber tatsächlich in einem rettungsfähigen Zustand: Wir haben 600 Schwimmwesten und Crewausrüstung beschafft, … und Raum geschaffen, damit Gerettete bei schlechtem Wetter unterkommen können. Wir haben ein hochseetaugliches Hospital … eingebaut.“
Das Schiff sollte unter der Flagge Panamas fahren – doch: „Panama ist ein Land, das gewisse Handelsbeziehungen mit Italien und der EU hat. Auf einmal sagten die: Das machen wir nicht mehr“, so der TV-Moderator.
Auf die Frage, was ist mit dem Geld passiert sei, sagte Heufer-Umlauf unter anderem: „Es ist zum großen Teil dafür verwendet worden, Seenotrettung möglich zu machen. Es ist investiert worden in die Ausbildung der Menschen vor Ort. … Außerdem wurde eine Mission von Sea-Eye bezahlt, die ohne uns nicht stattgefunden hätte und bei der vor Weihnachten dutzende Menschen gerettet wurden. Darüber hinaus gab es Investitionen in das Schiff, das wir chartern wollten.“

[rs]

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  • Inhalte_Kino_Artikelbild: © Romolo Tavani - Fotolia.com

6 Kommentare im Forum

  1. Erstmal, wie naiv ist es nach den Panama Papers auf eine Lizenz aus Panama zu setzen? Und warum prangert er nicht Ramstein, Drohnenkriege und Foltergefängnisse der USA an? Wäre es nicht viel sinnvoller die Staatem zu bewegen, Zivilisten nicht mehr zu bombardieren? Wäre es nicht menschlicher, Terroristen mit Spezialeinheiten aufzuspüren und Dingfest zu machen, statt wild drauf los zu schießen? An dieser Aktion ist nichts löblich und als seriöser Geschäftsmann habe ich die Pflicht, eine saubere Buchhaltung auf den Tisch zu legen. Gilt das für diese Aktion etwa nicht?
  2. Weil Schiffe unter panamaischer Flagge günstiger zu betreiben sind als Schiffe unter der Flagge einer EU Nation. Man sollte aber auch Panama, trotz Panama Papers, nicht verteufeln. Es ist ein schönes Land mit freundlichen Menschen und es hat einen besonderen Platz in meinem Herzen, weil ich dort meine erste Auslandsreise hatte. Was ich ihm schon vorwerfe ist, dass der Löwenanteil für solche Aktionen immer in die Verwaltung geht und er sich darüber nie in Klaren war.
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