Studie: Kinos haben immer weniger junge Zuschauer

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Bild: © Romolo Tavani - Fotolia.com
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Währendim vergangenen Jahr Kinofans über 40 Jahren zahlreicher als noch 2010 Kinotickets lösten, ging die Zahl der jungen Zuschauer zurück. Nach den Ergebnissen einer Studie der FFA zeigte sich vor allem im 10-Jahres-Vergleich, dass Jüngere immer weniger ins Kino gehen.

Insgesamt gingen die Zuschauerzahlen der jungen und besucherstarken Altersgruppen stark zurück, ging aus der am Donnerstag veröffentlichten Studie „Die Kinobesucher 2011“ hervor, welche von der Filmförderungsanstalt FFA erstellt wurde. Von den 10- bis 19-Jährigen statteten im Vergleich zu 2010 7 Prozent weniger den Kinos einen Besuch ab. Verglichen mit 2002 war sogar ein Rückgang von 24 Prozent zu verzeichnen. Von den 20- bis 29-Jährigen ging im Vergleich zu 2002 fast jeder Dritte nicht mehr ins Kino (minus 34 Prozent), von den 30- bis 39-Jährigen aufgrund eines Rückgangs von 43 Prozent fast die Hälfte.
 
Bei den 40- bis 49-Jährigen legte die Besucherzahl gegenüber 2010 hingegen um 10 Prozent zu, bei den 50- bis 59-Jährigen um 4 Prozent und bei den über 60-Jährigen sogar um 13 Prozent. Das Durchschnittsalter der Kinogänger stieg in den vergangenen zehn Jahren von 30,5 auf 34,2 Jahre an. Vor allem deutsche Kinohits sowie 3D-Produktionen seien für den verstärkten Ansturm auf die Lichtspielhäuser verantwortlich.

Insgesamt gingen die Kinobesuche pro Kopf allerdings um 23 Prozent zurück und lag bei durchschnittlich 4,1. 2002 lag der Wert noch bei 5,3. Zudem verringerte sich die Zahl der sogenannten Heavy User, also Kinofans, die mindestens sieben Mal im Jahr Filme auf der großen Leinwand genießen, seit 2002 um 40 Prozent zurück. Dafür strömten verstärkt sporadische Kinogänger in die Filmpaläste- seit 2002 satte 30 Prozent mehr.
 
Die aktivsten Kinogänger blieben die 20- bis 29- Jährigen. Nach den Ergebnissen der Studie war in dieser Zielgruppe fast jeder Dritte (34 Prozent) im vergangenen Jahr sieben Mal oder häufiger im Kino. Zugleich hat diese Altersgruppe ihre Besuchsintensität insgesamt in den letzten Jahren aber auch am meisten reduziert – von durchschnittlich 7,7 Besuchen im Jahre 2002 auf 5,4 im letzten Jahr.
 
Vor allem das weibliche Publikum ließ sich 2011 Filme in Kino nicht entgehen. 72,6 Millionen Frauen aber nur 57,0 Millionen Männer fanden sich im vergangenen Jahr im Kino ein. Der Frauenanteil lag somit bei 56 Prozent, während er im Jahr 2002 noch 49 Prozent betrug.
 
27 Millionen Kinokarten und damit jedes fünfte Ticket wurden für 3D-Filme gelöst. Die Anzahl der verkauften Tickets für 3D-Filme stieg im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent. Beim Umsatz machte sich dies ebenfalls durch ein Plus von 14 Prozent bzw. einem Ergebnis von 268 Millionen Euro bemerkbar. Laut Studie sorgten 3D-Filme für fast ein Drittel (28 Prozent) des Gesamtumsatzes an den Kinokassen. Jeder zehnte Besucher sei überhaupt erst durch 3D zu einem Kinobesuch verleitet worden. [rh]

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50 Kommentare im Forum

  1. AW: Studie: Kinos haben immer weniger junge Zuschauer Und worauf bezieht sich das? Weltweit, Europaweit, Deutschlandweit, oder nur für Bayern? "72,6 Millionen Frauen aber nur 57,0 Millionen Männer" = 129,6 Mio. Ist das Deutschland plus Polen? Oder Frankreich plus Deutschland minus Spanien?
  2. AW: Studie: Kinos haben immer weniger junge Zuschauer Es wird wohl Deutschland sein. Wenn man mehrmals ins Kino geht, wird man sicher auch öfter gezählt. Korrekt wäre es wohl von 72,6 Mio. Kinobesuchen von Frauen und 57 Mio. von Männern zu sprechen.
  3. AW: Studie: Kinos haben immer weniger junge Zuschauer "Nur" 8,50? Im CinemaxX in Trier bezahlt man für einen Logeplatz am Wochenende 9,00€, für Loge-Plus sogar 10,00€ und je nach Filmlänge nochmal zusätzlichen Aufschlag. Alleine dafür könnte man sich 3 Monate später meist schon die Blu-ray leisten, wenn sie zum Verkaufsstart irgendwo im Angebot ist. Bei 3D-Filmen kommt es auf den Film an. Der Wochenendpreis liegt da aber auch zwischen 12 und 13,50€. Dazu kommen dann nochmal Popcorn und Getränke, für die man auch nochmal so zwischen 6 und 10 Euro einplanen muss. Wie soll man sich den Spaß z.B. in der Ausbildung oder wenn man noch garkein Geld verdient öfter leisten können? Selbst mit Schülervergünstigung sinkt der Preis bestenfalls nur um 1-2 Euro. Da überlegt man es sich wirklich drei Mal, ob man einen Film wirklich im Kino sehen will oder sich irgendwann später mal die DVD oder Blu-ray ausleiht oder gar kauft. Natürlich ist es im Kino auf der großen Leinwand was anderes als zu Hause auf dem im Verhältnis kleinen Fernseher, aber man muss auch dazusagen, dass es immer mehr bestenfalls durchschnittliche Filme gibt. Diese "muss man im Kino gesehen haben"-Filme gibt es immer seltener.
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