„The Call“: Halle Berry als Lebensretter am Telefon

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Bild: © Romolo Tavani - Fotolia.com
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Mit „The Call – Leg nicht auf!“ kommt am Donnerstag das neueste Film-Projekt von Hollywood-Schönheit Halle Berry in die deutschen Kinos. In dem Thriller versucht das Ex-Bondgirl ein entführtes Mädchen zu retten – und wird dabei von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt.

Mehr als 200 Millionen Notrufe gehen jährlich beim amerikanischen Notruf 911 ein. Das greift nun auch Hollywood auf und strickt einen Plot um das Innenleben einer Notrufzentrale: „The Call – Leg nicht auf!“ beginnt mit einer Großaufnahme auf die 911-Zentrale in Los Angeles. Dazu aus dem Off die Anrufer, die etwa mit Selbstmord drohen oder gerade ihre Frau getötet haben. Mittendrin und am Telefon sitzt Jordan Turner, gespielt von Oscarpreisträgerin Halle Berry mit Locken und biederen Klamotten.

Aus dem Kofferraum eines Wagens wird sie von einem entführten Mädchenangerufen – ein ähnlicher Fall hatte Turner einst schwer traumatisiert.Auch jetzt ist die Verzweiflung groß, denn das Prepaid-Telefon desblonden Mädchens – Abigail Breslin aus „Little Miss Sunshine“ -lässt sich nicht orten. Jordan Turner leitet das Mädchen an, denAutoscheinwerfer von innen herauszubrechen und Farbe auf die Straße zugießen. Doch das alles hilft nichts. Weder die Polizisten noch einHelikopter können das Auto aufspüren.

Die Parallelmontage aus Notrufzentrale und Kofferraum geben dem Film Schnelligkeit und Spannung. Außerdem zeigt er eindrucksvoll das Dilemma der Notrufhelfer, wie sie in manchen Fällen tatenlos das Leid am anderen Ende der Leitung ertragen müssen. „The Call“ erinnert aber auch an Joel Schumachers „Nicht auflegen!“, in dem Colin Farrell vor rund zehn Jahren von einem Scharfschützen in einer Telefonzelle erpresst wurde und um sein Leben fürchten musste.
 
Regisseur Brad Anderson, der durch eher dunkle Filme wie „The Machinist“ bekannt wurde, hält die Distanz zwischen Heldin und Entführungsopfer allerdings scheinbar nicht aus – auch wenn genau darin die Spannung besteht. Immerhin beschreibt es eine Kollegin von Turner im Film passend: Es sei das Schwerste nicht zu wissen, was nach dem Telefonat auf der anderen Seite passiert. Stirbt der Mensch? Kommt die Polizei noch rechtzeitig? Doch als in „The Call“ der Kontakt zu dem Mädchen im Kofferraum abbricht und die Polizei den Entführer nicht findet, springt Jordan Turner selbst ins Auto.
 
Innerhalb weniger Minuten wird so aus einem gut inszenierten Polizeikrimi ein ziemlich plumper Psychothriller. Und so stöbert Turner in einem verlassenen Haus in der Vergangenheit des Serienkillers, und im Folterkeller kommt es zum Showdown. Am Ende bleibt daher vor allem eine Frage: Muss es denn immer Selbstjustiz sein?Kinokritiken im Überblick
[Tobias Schlenk/fm]

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