„The Company you keep“: Robert Redford rennt um sein Leben

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Bild: © Romolo Tavani - Fotolia.com
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Mit seinen 76 Jahren ist Robert Redford eigentlich zu alt für Verfolgungsjagden, doch in seinem neuen Film „The Company you keep“ schlüpft er wieder in die Rolle des Gejagten. Dabei brilliert der Mime als Anwalt, der früher einer radikalen Untergrundbewegung angehörte und nun von seiner Vergangenheit eingeholt wird.

Jim Grant rennt um sein Leben. Das FBI klebt ihm an den Fersen, denn der Anwalt hat vor mehr als 30 Jahren der linksradikalen Bewegung der Weathermen angehört, die mit gewalttätigen Aktionen das amerikanische System bekämpften. Ein junger ehrgeiziger Journalist hat die wahre Identität des mittlerweile ergrauten Familienvaters ans Tageslicht gebracht. „The Company you keep – Die Akte Grant“ ist ein typischer Robert Redford-Film. Er handelt vom Kampf um Freiheit und Wahrheit. Der Film, in dem der 76-Jährige die Hauptrolle des Anwalts spielt, ist ein klassisches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem Redford zeigt, dass er sein Handwerk sowohl als Schauspieler als auch Regisseur beherrscht.

Der Film ist nach dem gleichnamigen Roman von Neil Gordon entstanden. Er handelt von einer historisch verbürgten Untergrundbewegung der Weathermen, später auch Weather Underground genannt. Die linksradikale Studentengruppe ging während des Vietnamkriegs zu gewalttätigen Aktionen gegen die Machtpolitik des amerikanischen Staates über. Ihr Kampf galt den Institutionen. Bei einem der Angriffe gingen sie jedoch zu weit. Bei einem Raubüberfall, der in der Realität so jedoch nicht stattgefunden hat, töteten sie einen Wachmann.
 
Redford strickt eine klassische, aber spannende Verfolgungsjagd. Einesder Mitglieder, inzwischen Mutter zweier erwachsener Kinder, bricht nach30 Jahren ihr Schweigen und redet. Ihre Verhaftung sorgt für Aufsehenund weckt die Neugierde des jungen ehrgeizigen Journalisten Ben Shepard (Shia LaBeouf),der sich näher für die untergetauchten Mitglieder interessiert. Beiseinen Recherchen entdeckt er die falsche Identität des angesehenenAnwalts Grant.
 

 
Wie weit darf Revolution gehen, wie stehen ehemalige Aktivisten zu ihren früheren Idealen und ihrem Kampf? Heiligt der Zweck die Mittel? Der Film stellt zahlreiche Fragen, die nicht neu sind. Doch Redford stellt sie ohne moralisierenden Zeigefinger und macht aus den Widerstandskämpfern weder Helden noch Opfer. Ihm geht es um den Kampf für Freiheit, für den seine Figuren auch bereit sind, ins Gefängnis zu gehen. Frei und authentisch zu bleiben sei eines seiner Lebensziele, sagte Redford vor wenigen Wochen in einem Interview mit der französischen Wochenzeitung „Télérama“: „Ich will zeigen, was das Individuum an seiner Freiheit hindert“, erklärte der Schauspieler.
 
Der Film kommt ohne Spezialeffekte aus. Phasen der Spannung und Dramatik wechseln sich ab. Der Film gerät nie aus dem Rhythmus und lebt von einer bekannten, aber gut erzählten Geschichte: Menschen, die von ihrer politischen Vergangenheit eingeholt werden. Die Rollen hat Redford mit einem Ensemble großartiger Charakterdarsteller besetzt, darunter Julie Christie, Susan Sarandon, Brendan Gleeson, Stanley Tucci und Nick Nolte. Shia LaBeouf überzeugt als ehrgeiziger Journalist, der es durch den Fall Grant beruflich ganz nach oben schaffen könnte.
 
„The Company you keep – Die Akte Grant“ ist ein Politthriller über Heute und Gestern, über Menschen, die sich verändern. Veränderungen seien unerlässlich. Im Alter werde man weiser, philosophischer, sagte Redford in einem Interview mit der dpa. Ob er irgendetwas in seinem Leben ändern würde? „Nein, ich würde alles wieder so machen, auch die Fehler, die gehören dazu.“Kinokritiken im Überblick
[Sabine Glaubitz/fm]

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