Sage und schreibe 14 Kandidaten zur ORF-Intendantenwahl

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ORF-Zentrum
© ORF/Milenko Badzic
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Um den Posten als Intendant des Rundfunksenders ORF in Österreich bewerben sich 14 Kandidaten. Am Dienstag lief die Frist für Nachnominierungen ab.

Es seien keine weiteren Bewerbungen eingereicht worden, teilte der Vorsitzende des ORF-Stiftungsrats, Norbert Steger, mit. Die 35 ORF-Stiftungsräte werden am 10. August über den neuen Generaldirektor oder die neue Generaldirektorin abstimmen.

Als besonders aussichtsreicher Bewerber gilt der ORF-Vizefinanzdirektor Roland Weißmann, dem die Stimmen der ÖVP-nahen Stiftungsräte zugerechnet werden. Auch Amtsinhaber Alexander Wrabetz bewirbt sich erneut. Er leitet den öffentlich-rechtlichen Sender mit seinen rund 3.000 Mitarbeitern seit 2007. Der 61-Jährige wäre bei einer Wiederwahl der am längsten aktive ORF-Generaldirektor. Auch der ORF-Channelmanagerin Elisabeth Totzauer werden Chancen eingeräumt. Am 10. August müssen sich die Bewerber einem nicht-öffentlichen Hearing stellen. Anschließend wird per Handzeichen offen gewählt.

Der ORF hat in der österreichischen Medienlandschaft eine überragende Rolle. Das ORF-Fernsehen kommt auf einen Marktanteil von 36 Prozent. Der Sender betreibt obendrein 12 bundesweite oder regionale Radioprogramme. Die Besetzung des Chefpostens gilt als hochpolitische Angelegenheit. In den Stiftungsrat entsenden Bundesregierung und Bundesländer je neun Mitglieder, die Parteien und der Publikumsrat jeweils sechs und der ORF-Zentralbetriebsrat fünf Mitglieder.

ORF-News-Anchorman Armin Wolf bedauerte unlängst auf Twitter das Auswahlverfahren. „Alle fünf Jahre ist es wirklich frustrierend, für den ORF zu arbeiten.“ Es gebe spannende Medienleute in Österreich und Deutschland. Aber niemand von denen bewerbe sich, weil allen klar sei, dass die Besetzung des Jobs politisch ausgehandelt werde. „Es ist zum Weinen“, so Wolf. Er wünsche sich, dass der Stiftungsrat eine Findungskommission einsetze, die international nach den fähigsten Personen suche.

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  • ORF_Zentrum: © ORF/Milenko Badzic

8 Kommentare im Forum

  1. 20017 bekam der ORF-Chef 415000 € pro Jahr, mehr als der ARD-Chef und der ZDF-Chef...: Der ORF-Chef verdient mehr als die deutschen Intendanten | kurier.at
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