„007“-Bösewicht Taubman: Am „Bond“-Set sagt man „Schatzeli“ und „Schnüggeli“

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Osnabrück – Schauspieler Anatole Taubman, Bösewicht im aktuellen Bond-Film, hat am 007-Set Schwyzerdütsch eingeführt.

Durch seinen Einfluss „wurde das Wort. ‚Schatzeli‘ von vielen am Set benutzt“, sagte der 36-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe).
 
Aber nicht nur die Darsteller hätten Schweizer Süßholz geraspelt: „Sogar die Techniker haben sich öfters mal mit ‚Schatzeli‘ und ‚Schnüggeli‘ angesprochen“, erinnerte sich Taubman, der wie Bond-Regisseur Marc Forster in der Schweiz aufgewachsen ist. „Natürlich haben wir Schweizerdeutsch gesprochen; und weil das eine so verniedlichende Sprache ist, sind alle begeistert eingestiegen.“

Vor seinem Engagement war Taubman alles andere als ein Bond-Fan: „Ich war nach ‚Casino Royale‘ ziemlich entgeistert. Für mich war Bond ein Mythos der Coolness. Dass er nun Gefühle zeigt und sich ernsthaft in die Frau verliebt, die am Ende stirbt – das hat ihn für mich entzaubert“, gestand Taubman. Das hat sich geändert: „Mittlerweile bin ich mit der Marke so eins geworden, dass ich doch alle Neuerungen klasse finde.“
 
Warum seine Figur gerade Elvis heißt, ist Taubman bis heute unklar: „Das habe ich nie zu fragen gewagt. Ich hatte Angst, die ändern dann den Namen in Pierre. Die Figur ist ja Franzose. Aber wie ich das bei jeder Rolle mache, habe ich mir eine Biografie für Elvis ausgedacht. Das ist immer meine erste Stufe des Method Acting und hilft mir enorm bei der Charakterzeichnung.“ Danach habe seine Figur als Sohn eines Marrokaners im Kindesalter so oft Elvis-Songs gehört, dass der Name zur Koseform wurde.
 
Die heikle Frage, ob der Bond-Dreh ihn nun endgültig reich gemacht habe, beantwortete Taubman diskret. Reich sei er schon, aber nur „im Herzen“. Immerhin kann er verbuchen: „Ich bin jetzt schuldenfrei. Zum ersten Mal in meinem Leben.“ Sein Fazit: „Man wird bei Bond nicht Millionär. Daniel Craig immer ausgenommen.“
 
In Sönke Wortmanns Historiendrama „Die Päpstin“ ist demnächst außer Taubman auch seine Lebensgefährtin Claudia Michelsen zu sehen. Gemeinsame Szenen haben die beiden bewusst nicht: „Wir trennen das konsequent“, erklärte der Schauspieler. „Ich glaube, Claudia würde gern mit mir drehen. Ich nicht. Es gibt so viel, was uns verbindet. Wir müssen nicht auch noch den Arbeitsalltag teilen.“
 
Taubman hatte schon vor seinem Bond-Dreh ein schillerndes Leben geführt. Sein Handwerk lernte er in New York. „Das Studium habe ich anständig zu Ende gebracht“, sagte er. „Aber danach war ich für fast zwei Jahre erfolgreich als Model beschäftigt. Nicht für Kataloge, sondern sehr viel Editoriales und einige Kampagnen. Mein erster Job war fürs Titelbild des ‚New York Magazin‘, für die Weihnachtsausgabe mit Anna Nicole Smith, beide auf einer Harley sitzend. Sie als Weihnachtsmann, ich als Knecht Ruprecht. Von der emotionalen Berg-und-Tal-Fahrt der Schauspielschule in so eine oberflächliche Welt hineinzukommen war herrlich.“
 
Gegen Geld hat der werdende Schauspieler auch wohlhabende Damen ausgeführt: „In New York gehörte es zum Statusverhalten, dass eine moderne, dynamische, unabhängige, wohlhabende Single-Frau nicht alleine ausgeht“, so Taubman. „Also engagiert sie über eine Agentur einen ‚Walker‘. Das hab ich während circa zwei Jahren gemacht, was parallel zum Schauspielstudium die ideale Ergänzung war. Schlussendlich war es einfach ein Job zum Geldverdienen.“[mw]

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