Amazon geht gegen gekaufte Produktbewertungen vor

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Amazon will bezahlte Kundenrezensionen bei seinen Produkten unterbinden. Eine Zweigniederlassung von Amazon EU hat dafür jetzt vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) einen Teilerfolg erzielt.

Das Urteil, über das das OLG am Dienstag informierte, ist allerdings noch nicht rechtskräftig (Az.: 6 W 9/19). Dem Gerichtsbeschluss zufolge kann Amazon verlangen, dass Drittanbieter auf amazon.de gekaufte Bewertungen kennzeichnen müssen, wenn die Tester dafür Geld oder Produkte erhalten haben.

Antragsgegner in dem Verfahren war ein Unternehmen, das Fremdanbietern auf amazon.de Kundenrezensionen gegen Geld anbietet. Das Unternehmen vermittelt dafür Tester, die bei Amazon Bewertungen anfertigen und die Produkte dann im Anschluss gegen Zahlung eines kleinen Eigenanteils behalten dürfen.
 
Das Landgericht Frankfurt hatte einen vorherigen Antrag von Amazon auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zunächst zurückgewiesen. Die Beschwerde dagegen landete dann vor dem OLG – und hatte dort „überwiegend Erfolg“, wie Gerichtssprecherin Gundula Fehns-Böer erklärte. Das OLG verbot dem Portal, „“gekaufte“ Kundenrezensionen zu veröffentlichen, ohne gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass diese Rezensionen entgeltlich beauftragt wurden“. Das Vorgehen der Firma sei unlauter, da der kommerzielle Zweck der Rezensionen für den Durchschnittsverbraucher nicht erkennbar sei.

[dpa]

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66 Kommentare im Forum

  1. Ich habe schon bei einem Produkt mal gesehen das da über 100 Bewertungen innerhalb von 3 Tagen gemacht wurden weil eine negativ Bewertung geschrieben wurde. Die wurden gemeldet und ein paar Tage später gabs wieder eine Flut von positiv Bewertungen. (bei einem Produkt das eher selten gekauft wird). Natürlich kein Verifizierter Kauf bei allen Positiv Meldungen. Amazon sollte zusätzlich einen Filter schaffen das man nur verifizierte Bewertungen lesen kann (wenn man die wünscht).
  2. Das bringt aber auch nicht viel, da verifiziert ja nur bedeutet, daß jemand den Artikel bei Amazon gekauft hat. Wer den letztendlich bezahlt und die Bewertung verfaßt hat, weiß man ja trotzdem nicht. Viel wichtiger wäre es, wenn man nicht immer mehrere Produkte zusammenfassen würde. Da helfen die Bewertungen dann nämlich oft überhaupt nicht - vor allem, wenn nicht mal aus der Bewertung hervorgeht, für welches Produkt diese gilt. Aber wie auch sonst gilt halt leider, daß Amazon das kundenunfreundlichste Unternehmen sein möchte.
  3. Ich lese meistens nur die 1-2 Sternebewertungen, da weiß man eher wie es um den Artikel steht...
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