Amazon verdoppelt Gewinn in Corona-Zeit

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Der weltgrößte Onlinehändler Amazon erfreut sich während der Corona-Krise größerer Beliebtheit denn je. Der Lockdown ließ die Lieferdienste des Bezos-Konzerns boomen, auch das Cloud-Geschäft floriert dank Heimarbeit und hoher Nachfrage nach Speicherplatz.

Amazon hat inmitten der Corona-Pandemie weiter stark vom Shopping-Boom im Internet profitiert. Im zweiten Quartal schoss der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 40 Prozent auf 88,9 Milliarden Dollar (75,1 Mrd Euro) in die Höhe, wie der weltgrößte Onlinehändler am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Seattle mitteilte. Der Gewinn betrug 5,2 Milliarden Dollar, was im Jahresvergleich in etwa einer Verdopplung entspricht. 

Die Ergebnisse lagen erheblich über den Prognosen der Analysten, die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit kräftigen Kursaufschlägen. Dass Amazon mit seinen Lieferdiensten zu den großen Profiteuren der Corona-Krise zählt, hatte sich bereits im Vorquartal gezeigt. Zudem floriert das Cloud-Geschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Netz weiter, auch wenn Amazons Flaggschiff AWS die hohen Erwartungen zuletzt nicht ganz erfüllen konnte.

Die von vielen Unternehmen genutzte Web-Plattform steigerte den Umsatz im abgelaufenen Quartal um 29 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar, damit flaute das Wachstum gegenüber dem Vorquartal spürbar ab. Allerdings entspricht das auch dem längerfristigen Trend. Generell profitiert in der Pandemie auch das Cloud-Geschäft, da etwa die vermehrte Heimarbeit die Nachfrage steigen lässt. Für Amazon ist die Sparte wegen ihrer hohen Gewinnspannen sehr lukrativ, im jüngsten Vierteljahr lag das Betriebsergebnis bei 3,4 Milliarden Dollar. 

Angesichts einer Einstellungsoffensive und hohen Investitionen, um den Kundenansturm in der Corona-Krise zu bewältigen, nahmen auch Amazons Kosten kräftig zu. Das hatte Konzernchef Jeff Bezos allerdings bereits angekündigt. Vor drei Monaten warnte er die Investoren: „Wenn Sie Amazon-Aktien besitzen, sollten Sie sich jetzt lieber hinsetzen, denn wir denken nicht klein“. Der Konzern war mit dem hohen Andrang in der Pandemie zunächst etwas überfordert gewesen, deshalb wurden 175 000 zusätzliche Beschäftigte angeheuert. Amazon zählt mittlerweile zu den größten Arbeitgebern in den USA. 

Für das laufende dritte Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 87 Milliarden und 93 Milliarden Dollar in Aussicht, was einen starken Zuwachs von 24 bis 33 Prozent im Jahresvergleich ergeben würde. Beim Betriebsgewinn rechnet Amazon mit 2,0 Milliarden bis 5,0 Milliarden Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen 3,2 Milliarden Dollar verdient. Am Markt kam auch das gut an: Anleger ließen die Aktie nachbörslich um über fünf Prozent steigen. Mit einem Kursplus von rund 65 Prozent seit Jahresbeginn ist der Bezos-Konzern am Finanzmarkt ohnehin einer der größten Gewinner.

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115 Kommentare im Forum

  1. Amazon wird auch weiter wachsen,ich bestelle alles außer Lebensmittel bei denen.Ob nun Bezos reicher wird oder irgendwer anderes kann ich eh nicht beeinflussen........
  2. Online Händler sind die Gewinner, Einzelhändler die Verlierer. Und jetzt werden die Innenstädte schneller sterben, die Regierung braucht da auch gar nicht rumjammern sind ja selber Schuld. Ich bestell nicht immer bei Amazon sondern da wo es am günstigsten ist.
  3. Doch! Ich habe mein Amazon Konto nach vielen Jahren aufgelöst. Wenn überhaupt noch im Internet bestellt wird dann direkt beim Hersteller. Zuletzt zum Beispiel bei Mühle.
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