Analysten uneins über Premiere-Zukunft

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Analysten haben sich unterschiedlich über die Perspektiven des an die Börse strebenden Pay-TV-Anbieters Premiere AG geäußert.

Die Fachleute sind sich vor allem bei der Frage uneins, ob es dem Bezahlfernsehsender gelingt, noch im laufenden Jahr beim Nettoergebnis die schwarze Null zu erwirtschaften, berichtet Dow Jones Newswires. Im Jahr 2004 hatte Premiere noch einen Nettoverlust von 81 Mio. Euro verbucht und lediglich beim Ebit knapp schwarze Zahlen erwirtschaftet.
 
Ein Analyst eines mit dem Börsengang vertrauten Instituts bezeichnete die Entwicklungsperspektiven von Premiere im Gespräch mit Dow Jones Newswires als „sehr gut“. Aufgrund der stabilen Kostenbasis des Bezahlfernsehsenders sei eine relativ starke Margenverbesserung zu erwarten. Mittelfristig geht er von einem zumindest zweistelligen Umsatzwachstum pro Jahr aus. Zweifel meldete ein in Frankfurt ansässiger Analyst für Medien-Werte an, der für ein Institut arbeitet, das den Premiere-Börsengang nicht begleitet: Die schwarze Null beim Nettoergebnis 2005 hält er „für ein ambitioniertes Ziel“. Es sei erreichbar, aber Premiere müsse hart dafür arbeiten.
 
Umstritten ist unter den Experten auch die künftige Position von Premiere am Pay-TV-Markt, die wesentlich die Umsatz- und Gewinnaussichten bestimmen wird. Während der Analyst des Hauses, das den IPO begleitet, Premiere in einer konkurrenzlosen Situation sieht, wirft sein Frankfurter Kollege vor allem im Sportbereich eine Frage auf: „Was wird, wenn Premiere sich nicht mehr die Rechte für die Übertragung der Fußballbundesligaspiele sichern kann?“ Mit dem Sportbereich erwirtschaftet Premiere knapp die Hälfte der Umsätze, wird im Unternehmen als Faustregel genannt. Offiziell heißt es, dass 14 Prozent der Abonnenten auschließlich Sportprogramme empfangen. Der jetzige Vertrag zwischen dem Bezahlfernsehsender und der deutschen Fußballliga läuft zum Ende der Saison 2005/2006 aus. Zurzeit zahlt Premiere 180 Mio. Euro pro Saison an die Deutsche Fußball Liga GmbH. [mg]

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