ARD-Chefin Piel kritisiert „Gottschalk Live“-Produzenten

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Nach dem Scheitern der Vorabendsendung „Gottschalk Live“ hatten sich die zuständige Produktionsfirma Grundy Light Entertainment und die ARD in Schuldzuweisungen geübt. Nun legt ARD-Chefin Monika Piel noch einmal nach. So hätten die Produzenten bereits früher auf die schlechten Einschaltquoten reagieren müssen.

Wie die wiedergewählte Intendantin des WDR gegenüber der WAZ-Mediengruppe (Donnerstagausgaben) erklärte, sei die von Entertainer Thomas Gottschalk moderierte Talkshow „eine volle Auftragsarbeit“ gewesen. Die beauftragte TV-Schmiede Grundy Light Entertainment hätte daher früher auf die enttäuschenden Zuschauerzahlen reagieren können.
 
Ute Biernat, Produzentin der abgesetzten Show, hatte in den vergangenen Monaten die Schuld am Scheitern des Formates von sich gewiesen und statdessen der ARD mangelnde Felxibilität vorgeworfen. Daraufhin konterte wiederum Programmdirektor Volker Herres, der zwar handwerkliche Fehler der Show zugab, die Verantwortung dennoch bei Grundy Light Entertainment suchte, da diese für das Format volle Handhabe gehabt hätte.

Dennoch verteidigte Piel einmal mehr den Versuch, dem Vorabendprogramm der ARD mit „Gottschalk Live“ auf die Sprünge zu helfen. „Man muss den Mut
haben, etwas Neues auszuprobieren“, so die ARD-Chefin. Allerdings sei ihr bewusst, dass sich die ARD nicht nur am Vorabend schwer tue, Zuschauer zu finden. Auch die großen Shows zur Primetime kämen nicht gleichermaßen beim Gesamtpublikum und bei den jüngeren Zuschauern an. Daher müsse die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt die Frage klären, „welches
Unterhaltungsformat sowohl ein jüngeres als auch ein älteres Publikum
gleichermaßen anspricht.“
 
Nachdem sich der ARD-„Markencheck“ als Publikumserfolg erwiesen hatte, denke Piel auch über die Platzierung weiterer Informationsformate zur Hauptfernsehzeit am Abend nach. So seien Porträts von großen Persönlichkeiten, Geschcihtsthemen oder Beiträge der Reportage-Reihe „Die Story“ denkbar. [rh]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

4 Kommentare im Forum

  1. AW: ARD-Chefin Piel kritisiert "Gottschalk Live"-Produzenten Allerdings hätte auch die ARD den Produzenten von "Gottschalk-Live" die Pistole eher auf die Brust setzen können, anstatt die ewigen Treueschwüre. Hier haben beide Seiten Fehler gemacht.Jetzt den "Wer hat Schuld-Ball" hin und her zu werfen ist doch nur lächerlich.
  2. AW: ARD-Chefin Piel kritisiert "Gottschalk Live"-Produzenten Nach der Absetzung von Gottschalk nervt man die Zuschauer nun mit noch mehr Brisant. Ziemlich einfallslos u. sowas nennt sich "Das Erste". Inklusive Werbung laeuft Brisant jetzt fast 1 Stunde ! "Verbotene Liebe" einfach mal 20 min nach hinten geschoben u. "Wissen vor 8" reaktiviert, sind das überhaupt neue Folgen?
  3. AW: ARD-Chefin Piel kritisiert "Gottschalk Live"-Produzenten Immer diese Heuchelei von Piel und Co.! Erst schielt man darauf, mit dem Namen "Gottschalk" die große Quote im Vorabendprogramm machen zu können. Dann versucht sie die katastrophal niedrigen Quoten (gemessen an den Erwartungen) kleiner als klein zu reden und womit-auch-immer zu begründen. Nachdem die Kritik auch in den eigenen Reihen immer größer wird, beschließt man im April dann die Absetzung der Sendung. Aber nicht sofort, sondern erst zum 7. Juni. Und Gottschalk wird weiterhin in den Himmel gelobt und für spätere Einsätze "warm gehalten". Aber auch danach, Anfang Mai, verkündete sie weiter, dass die Sendung ein "wichtiges Experiment sei", das Zeit benötige, um sich zu entwickeln. Die Frau hat offenbar -wie viele andere- jeden Realitätssinn verloren und will nicht begreifen, dass die Zuschauer diese Sendung nicht sehen wollen. Und nun, da alles vorüber ist, folgen -wie vorhersehbar- die Schuldzuweisungen. Und natürlich sind die Anderen schuld! Bei der ARD werden ja bekanntlich keine Fehler gemacht! Wie erbärmlich, Frau Piel! Hatte sie nicht letztes Jahr noch großspurig dementiert, dass die ARD (nicht bezogen auf die Gottschalksendung) auf Einschaltquoten schiele? Komisch! Nun sind die Quoten doch wichtig. Was denn nun? Ich habe den Eindruck, dass sie und andere ARD-Verantwortliche Fehlbesetzungen sind! Zunehmend zeigt sich, dass die Besetzung führender Positionen nur nach der richtiges Parteizugehörigkeit (Und dass bei den angeblich unabhängigen ÖR?) und nicht nach der Qualifikation sich zunehmend negativ im Programm niederschlägt. Mich verwundert es angesichts des unattraktiven Programmangebots nicht, dass der "Marktanteil" der ARD immer weiter sinkt und sie zuletzt nur noch auf dem dritten Platz rangiert. Doch statt einer ergebnisoffenen Ursachenanalyse gibt es von verantwortlicher Seite nur ein "Weiter so!". So wird die ARD verlorene Zuschauer nicht wiedergewinnen können!
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