ARD: Erneutes Rotieren am Vorabend – Ausbau von Info-Formaten

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die ARD nimmt die Verpflichtung von Thomas Gottschalk zum Anlass, ihr Vorabend-Programm ab dem 23. Januar einem erneuten Umbau zu unterziehen. Fans der „Verbotenen Liebe“ müssen sich auf eine frühere Sendezeit einstellen. Auch am Informationsprogramm im Ersten wird geschraubt.

Vorabend steht vor erneutem Umbau

 
Die ARD-Intendanten verabschiedeten am Mittwoch auf ihrer Sitzung in Bremen  das neue Programmschema. Der Vorabend beginnt damit künftig bereits zehn Minuten früher. An 17.50 Uhr dürfen die Fans des Daily-Dauerbrenners „Verbotene Liebe“ mit ihren liebgewonnenen Charakteren mitfiebern. Die Nettolaufzeit der selbsternannten „Glamour-Soap“ verkürzt sich von 44 auf 38 Minuten. Die quotentechnisch schwächelnden Krimiserien unter dem Label „Heiter bis tödlich“ sowie das montägliche „Großstadtrevier“ rücken von 18.50 auf 18.30 Uhr vor. 
 
Thomas Gottschalk geht unter dem Titel „Gottschalk live“ künftig montags bis donnerstags um 19.20 Uhr auf Sendung, um 19.55 Uhr folgt die „Börse im Ersten“. Abweichend davon begrüßt am Freitag um 18.30 Uhr Showmaster Kai Pflaume seine Kandidaten zu einer von 48 auf 60 Minuten verlängerten Ausgabe von „Drei bei Kai“ (brutto: 75 Minuten).
 
Um 19.45 Uhr muss sich das Edutainment-Format „Wissen vor 8“ am Freitag künftig mit einem einzigen wöchentlichen Sendeplatz begnügen. Dabei wechseln sich in den fünfminütigen Ausgaben drei verschiedene Formate ab: „Wissen vor 8 – Werkstatt“ mit Vince Ebert, „Wissen vor 8 – Zukunft“ mit Anja Reschke und der Klassiker „Wissen vor 8“ mit Ranga Yogeshwar. „Das Wetter im Ersten“ rückt um 19.50 Uhr anders als an den ersten vier Tagen der Woche vor die 20-Uhr-„Tagesschau“.Mehr Profil im Informationsbereich

 
Im Informationsbereich will die ARD ihr Profil unterdessen weiter schärfen. Ab Januar werden zwei neue Sendeplätze für Dokumentationen etabliert: Immer montags zeigt Das Erste unter dem Titel „Die Story im Ersten“, gleich nach den „Tagesthemen“, um 22.45 Uhr aktuelle Dokumentationen und Reportagen zu  gesellschaftspolitisch relevanten Themen in einer Länge von jeweils 45 Minuten. 
 
Historische Stoffe finden unter dem Label „Geschichte im Ersten“ ebenfalls am Montag um 23.30 Uhr ihren Platz im Programm. Mit mindestens zwölf Beiträgen im Jahr wolle man so den Dokumentarfilm als filmische Gattung pflegen, hieß es. Außerdem werde nach dem Erfolg von Reportagen wie „Das System Wiesenhof“ eine neue Staffel mit 30-Minütern aufgelegt. Unter dem Titel „Exklusiv im Ersten“ würden jeweils um 21.45 Uhr Hintergründe aufgedeckt und massentaugliche Themen durchleuchtet. Verantwortet wird die Strecke weiterhin von den Redaktionen der politischen Magazine im Ersten.
 
Neben dem bekannten „Brennpunkt“ will die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt im nächsten Jahr bei entsprechenden Anlässen verstärkt aktuelle Sondersendungen ins Programm nehmen, „um dem Informationsbedürfnis in einer immer komplexeren Welt gerecht zu werden“, wie es hieß. Auch wolle man Spielfilme mit Dokumentationen oder Gesprächssendungen vertiefen, wo es sich anbiete. Weiterhin wolle man 2012 das Studio-Design von „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ sowie Morgen- und Mittagsmagazin auffrischen und zur Steigerung der Wiederkennbarkeit bei „Plusminus“ und „Europamagazin“ auf nur einen bzw. zwei feste Moderatoren zurückgreifen. [ar]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

2 Kommentare im Forum

  1. AW: ARD: Erneutes Rotieren am Vorabend - Ausbau von Info-Formaten Wenn verschiedene Anstalten den selben Präsentator nehmen, wo bleibt da beim Zuschauer der Durchblick?
  2. AW: ARD: Erneutes Rotieren am Vorabend - Ausbau von Info-Formaten Mit einem halbherzigen und geradezu verzweifelten "Umbau", den Begriff "Reformen" wollte man wohl, weil inzwischen negativ belastet, vermeiden, werden die ARD-Sender keine nennenswerte Steigerung ihres Anteils erreichen (können). Ich habe das Gefühl, dass es Versuche von Leuten sind, die nicht wissen (wollen), was die Mehrzahl der GEZ-Zahlenden sehen möchte. Damit meine ich nicht die Oma-und-Opa-Generation, die ARD und ZDF ein Durchschnittsalter von 60plus bescheren, sondern jene, die wegen des unattraktiven Programms zu anderen Sendern abgewandert sind.
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