ARD greift Degeto unter die Arme – Einhaltung der Verträge

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die ARD greift ihrer Filmtochter Degeto unter die Arme. Um die Zahlungsfähigkeit der Firma zu sichern und um „sämtliche eingegangenen Verpflichtungen für Produktionsvorhaben“ zu erfüllen, werde man sich an alle bestehenden Verträge mit den Produzenten halten.

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Wie die ARD-Intendanten nach einer Sitzung in Frankfurt am Montag mitteilten, kauft die Degeto für die ARD Lizenzproduktionen aus dem Ausland ein und vergibt Projekte an inländische Produzenten. Damit werde „die überplanmäßige Auftragsvergabe bei der Degeto keine negativen Auswirkungen auf bestehende Verträge mit Produzenten haben, den Produktionsfirmen soll dadurch Planungssicherheit gegeben werden“, hieß es weiter.
 
Die Degeto hat in den Jahren 2010 und 2011 mehr Programm als ursprünglich geplant und in den Etats vorgesehen in Auftrag gegeben. Wie es zu dieser laut ARD „überplanmäßigen Auftragsvergabe“ an die Produzenten gekommen sei, werde gegenwärtig von einer Prüfgruppe unter dem Vorsitz des Hessischen Rundfunks untersucht. Auch externe Wirtschaftsprüfer würden dazu herangezogen.

Erste Ergebnisse dieser internen und externen Untersuchung sollen voraussichtlich im Dezember vorliegen. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte im September berichtet, dass die Degeto für die Jahre 2010 bis 2012 „offenbar erheblich mehr Programm bestellt beziehungsweise Lizenz erworben habe, als das einem internen Mittelwert entsprach“.
 
Die Ausgaben im Jahr 2009 hätten bei 426 Millionen Euro gelegen. Diese Zahl wurde von der Degeto bestätigt. Im Jahr 2006 waren es noch rund 400 Millionen Euro. Daraufhin kündigte die Firma eine Drosselung der Aufträge an. Ab 2014 jedoch, so hieß es weiter, hoffe man auf einen Anstieg des Produktionsvolumens.
 
In der Geschäftsführung des Unternehmens hatte es vor kurzem einen Wechsel gegeben: Für den im März gestorbenen Jörn Klamroth war die ehemalige Fernsehfilmchefin des Bayerischen Rundfunks, Bettina Reitz, zur Degeto gekommen.
 
Dem TV-Publikum ist die Degeto, die 1928 als Deutsche Gesellschaft für Ton und Film gegründet wurde, über ihre Filme ein Begriff: Dazu gehören die Wallander-, die Pfarrer-Braun- und die Donna-Leon-Krimis sowie „Die Flucht“ mit Maria Furtwängler, demnächst „Die Laconia“ und zuletzt der Zweiteiler „Der Mann mit dem Fagott“ über Sänger Udo Jürgens und seine Familiengeschichte. [dpa/js]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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