ARD: Verhandlungen über Termin der Analogabschaltung dauern noch an

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Leipzig/Frankfurt/M. – Die Abschaltung der analogen Satellitensignale soll Ende 2010/Anfang 2011 erfolgen. In den letzten Wochen ist allerdings Bewegung in den Markt gekommen, da nicht alle Marktteilnehmer die technischen Voraussetzungen bis zu diesem Zeitpunkt schaffen.

Da auch die Politik keinen Abschalttermin vorgeben wird, sich die beteiligten Marktpartner in Zugzwang. DIGITAL FERNSEHEN sprach aus diesem Grund mit Brigitte Busch, Leiterin Kommunikation und Marketing von ARD Digital. Sie gab DF ein Statement zur aktuellen Situation.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Zu welchem Termin wird die ARD ihre analogen Satellitensignale abschalten?
 
Brigitte Busch: Wie DF gegenüber bereits geäußert, befinden wir uns derzeit noch Verhandlungen. Eine Entscheidung steht aus, soll jedoch zeitnah getroffen werden.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Recherchen von DF zufolge gibt es derzeit Verhandlungen zwischen dem Marktteilnehmern (Sendern, Kabelnetzbetreiber, Satellitenbetreibern) über eine zeitliche Verschiebung der ursprünglich für Ende 2010, Anfang 2011 geplanten Abschaltung der analogen Satellitensignale. Können Sie dies bestätigen? Sind Sie (die ARD) an diesen Gesprächen beteiligt?
 
Brigitte Busch: Momentan geht es wie gesagt darum, sich mit den Marktpartnern auf einen Termin für den Analog-Digital-Umstieg festzulegen. Dabei sind verschiedene Interessen zu berücksichtigen.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Der Satellitenbetreiber Astra kündigte an, seine analogen Transponder relativ problemlos zeitnah abschalten zu können. Wo liegen dann die Gründe für Gespräche über eine mögliche zeitliche Verzögerung der Abschaltung des analogen Satellitensignals?
 
Brigitte Busch: Auf dem Astra-Satellitensystem werden keine Transponder „abgeschaltet“. Die ehemals analogen Frequenzen werden zukünftig digital betrieben, dies ist technisch unproblematisch. Zum Beispiel nutzt Arte HD einen ehemaligen analogen Transponder.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Wird die ARD den KNB, die ihre Netze bisher noch nicht digitalisieren konnten, nach der Abschaltung des analogen Satellitensignals gestatten, die ARD-Programme für die Einspeisung in diese Kabelnetze zu reanalogisieren?
 
Brigitte Busch: Selbstverständlich dürfen die KNB unsere Programme reanalogisieren.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Recherchen von DF zufolge fordern die KNB eine Kostenbeteiligung der Sender für die Reanalogisierung der Signale in den noch nicht digitalisierten Kabelnetzen. Wird auch mit der ARD über diese Kostenbeteiligung verhandelt?
 
Brigitte Busch: Ebenso wie gegenüber anderen Vertragspartnern wird sich die ARD auch gegenüber den Kabelnetzbetreibern vertragskonform verhalten.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Welches Szenario müsste eintreten, dass die ARD von dem mehrfach kommunizierten Termin der Abschaltung des analogen Satellitensignals Abstand nimmt und sich auf einen neuen – späteren – Termin verständigt?
 
Brigitte Busch: Die Realisierung des kommunizierten Abschalttermins steht natürlich in direktem Zusammenhang mit dem Erfolg der bereits erwähnten Verhandlungen mit den Marktpartnern.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Welche Auswirkungen auf die Programmpolitik (Roadmap HDTV-Einspeisung u.a.) hätte ein späterer Abschalttermin?
 
Brigitte Busch: Für die ARD steht fest, dass für ein breiteres – über die durch ARD und ZDF angekündigte Roadmap hinausgehendes – Engagement bei HDTV, die Einigung auf einen Termin für den Analog-Digital-Umstieg zwingend erforderlich ist.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Vielen Dank für das Gespräch. [mg]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

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4 Kommentare im Forum

  1. AW: ARD: Verhandlungen über Termin der Analogabschaltung dauern noch an Und aus welcher Aussage von Frau Busch geht nun hervor, dass die ARD alle Astra-Transponder behalten will?
  2. AW: ARD: Verhandlungen über Termin der Analogabschaltung dauern noch an Das habe ich mir auch gerade gedacht. Das sagt sie überhaupt nicht, nur dass man eben keine Transponder abschaltet. Das heißt noch lange nicht, dass man sie weiter anmietet. Insgesamt sagt die gute Frau fast nichts. Die Antworten sind extrem weit gefasst. Sie flüchtet sich in Floskeln "vertragskonform", "Vertragspartner" etc. Eigentlich ist der Informationsgehalt praktisch null
  3. AW: ARD: Verhandlungen über Termin der Analogabschaltung dauern noch an Doch, es gibt eine Info, wenn auch etwas durch die Blume: Wenn keine Analogabschaltung auf Sat, dann kein ( bzw. weniger) HDTV!
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