ARD-Vorabend: Regionale Krimis mit Schmunzelfaktor und neues Quiz

19
57
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

Der NDR-Programmdirektor Frank Beckmann will die „Temperatur“ im neuen ARD-Vorabend konstant halten. Der Zuschauer solle wissen, dass er spannende und humorvolle Unterhaltung zu sehen bekomme. Von Montag bis Mittwoch werde es künftig regionale Krimis geben und der Freitag Vorabend stehe im Zeichen einer Quizshow.

Dafür breche Beckmann, der für die Neugestaltung des Programms im Ersten von 18 bis 20 Uhrzustänig ist, mit seiner „Gemeinschaftsredaktion Vorabend“ die komplette Sendestruktur auf. In einem Gespräch mit der „Berliner Zeitung“ verriet der NDR-Programmdirektor beispielsweise, dass es ab Herbst statt werktags durchgehende selbe Formate auf dem selben Sendeplatz unterschiedliche Schwerpunkte geben soll.
 
Einzig die Daily-Soap „Verbotene Liebe“ darf ihren Platz um 18 Uhr behalten und bekommt ab Juni die doppelte Sendezeit, inklusive „veränderter Dramaturgie und Bildsprache“. Im Anschluss um 18.50 Uhr sollen von Montag bis Mittwoch regionale Krimis nach dem Vorbild des „Großstadtreviers“ ausgestrahlt werden, freitags eine neue Quizshow – nur der Donnerstag ist noch nicht belegt.

Die regionalen Krimis, die ihr Publikum zum Schmunzeln bringen sollen, seien das Herzstück der Reform. Zwei neue Reihen gehen im Herbst auf Sendung.Dabei werden am Anfang nicht alle Serien erfolgreich sein können, betonte Beckmann. Genau diesen Spielraum brauche man aber, um herauszufinden, welche Programme am besten ankommen.
 
Es sei eine wichtige Frage, wie skurril und wie schräg die Geschichten im Vorabend sein dürfen, um von den Zuschauern angenommen zu werden. Es müsse herausgefunden werden, ob die Sendungen vor der „Tagesschau“ neben sehr leisem, sehr subtilen Humor, so wie bei „Mord mit Aussicht“, auch Ansätze zulassen, bei denen sich fast schon in Richtung Comedy denken lässt.
 
Ein Fakt sei mittlerweile, dass „Mord mit Aussicht“ im Vorabend wiederholt wird. Beckmann sagte, dass der Vorabend, der bisher als alleinstehende Programmierung konzepiert und so schwer aufzubrechen war, nicht mehr als Insel wahrgenommen werde, sondern sich stärker ins Gesamtkonstrukt des Ersten einfüge.
 
Für die Finanzierung zieht dieARD die Landessender mit ins Boot, die die Serien nach der Erstausstrahlung in ihren Dritten Programmen zeigen dürfen. Damit gleiche der Senderverbund aus, dass die fiktionalen Reihen deutlich teurer zu produzieren sind als Quizshows oder Dokusoaps. Je öfter ein Programm wiederholt werden könne, desto eher rentiere es sich.
 
Auch mittlere und kleinere Landesrundfunkanstalten seien stark in die Planung miteingebunden, versicherte der NDR-Programmdirektor. Das sei wichtig, da man ganz Deutschland mit seinen Regionen abbilden wolle – Vorbild hierbei der „Tatort“ mit seinen diversen Ablegern.
 
Schwierig werde vor allem den Spagat zwischen jungen und älteren Zuschauern zu schaffen, der der ARD in der Vergangenheit nicht immer gelungen ist. Die Idee des neuen Vorabends sei es, jung zu sein ohne die älteren Zuschauer zu vergraulen. Die jüngeren Zuschauer sollen vom Markenkern des Ersten aus erreicht werden. Das bedeute, dass künftig vielmehr die 40-Jährigen angesprochen werden sollen. [js]

Bildquelle:

  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

19 Kommentare im Forum

  1. AW: ARD-Vorabend: Regionale Krimis mit Schmunzelfaktor und neues Quiz Regionale Krimis. Geil! Hat die ARD soviel Geld, dass man für jedes Bundesland eine eigene Sendung produzieren kann? Bitte nicht! Ich sehe täglich wohin dieser Schwachsinn führt. Die Schnulzenopern die tagsüber auf der ARD laufen, werden am Folgetag auf fast allen 3. Programmen wiederholt. Auf solch eine hirnverbrannten Schwachsinn kommt man auch nur wenn man im Marketing arbeitet oder? Anstatt zu sparen, und die Krimis kosten ja nicht wenig und seien laut obigem Zitat teuerer als Quizshows, gibt man nun also mehr Geld aus. Das begründet man dann aber damit, dass es umso billiger in der Gesamtrechnung wird, je häufiger man etwas wiederholt. Heisst das nun, ich muss mir diesen Schei$$ dann 25x im Jahr ansehen? Anstatt mal zu sparen und ein attraktives Programm zu gestalten werden Boxrechte für 52 Mio Euro eingekauft und Serien und Filme bis zum Exzess wiederholt. Wo sind die einstigen Vorzeigeformate der ARD? Heute gibt es nur noch seichten Einheitsbrei. Ja nicht zu tiefsinnig, ja nicht zu anspruchsvoll.
  2. AW: ARD-Vorabend: Regionale Krimis mit Schmunzelfaktor und neues Quiz Ist das heute immer noch so, dass das Vorabend-Programm der ARD (jaja, das "Erste") regional unterschiedlich ist? Wenn ja, warum? Ich dachte bis vor kurzem, dass der WWF-Club, der in den 80ern im Vorabend lief, in ganz Deutschland bekannt sei. Und dann erfuhr ich, dass er nur vom WDR im Ersten ausgestrahlt wurde.
  3. AW: ARD-Vorabend: Regionale Krimis mit Schmunzelfaktor und neues Quiz Tja, beim ehemals komplett gemeinsamen Vormittagsprogramm von ARD & ZDF ist ja (abgesehen vom wöchentlich abwechselnd durch den WDR und das ZDF produzierten Morgenmagazin) auch nur die Kurznachrichten der Tagesschau bzw. heute übrig geblieben. Das könnte man auch mal langsam abstellen um die Oma nicht länger zu verwirren, warum das Zweite auf dem Ersten ist... Soweit mit bekannt ist sind die Inhalte (Sendungen) des Voarbendprogramms inzwischen zu 100 Prozent gleich. Die regionalen Magazine wurden in die immer noch sog. "Dritten" ausgelagert (z.B. Hier und Heute beim WDR / Buten und Binnen bei Radio Bremen / Landesschau beim SWR / Abendschau beim BR...). Auch die einstigen Bezeichnungen wir z.B. WIR (Werbung im Rundfunk) beim SWF oder WWF (Westdeutsches Werbefernsehen) beim WDR usw. wurden aus dem Programm entfernt und beschränken sich auf ihre eigentliche Aufgabe die Werbung regional zu planen. Dies ist wohl der einzige Unterschied in den Programmen, wodurch evtl. ein leichter Zeitversatz um einige Sekunden entstehen kann, der bis 20 Uhr wieder ausgeglichen wird. Über Satellit wird im übrigen für alle die Version des WDR (ehemals WWF) gezeigt. Heute würde also ganz Deutschland den chaotischen WWF Club sehen können, was als BestOf-Zusammenschnitte per einsfestival ja auch wöchentlich möglich ist (ebenso wie der WWF Musik Convoy). Andererseits würden die meisten darunter heute aber wohl eher Wrestling der WorldWrestlingFederation oder Tierdokus des WorldWildlifeFounds erwarten. ;-) Damals waren es aber wirklich nur die Zuschauer in NRW samt Grenzgebieten. Allerdings wurde nach dem Erfolg der ersten Sendungen Radio Bremen aufmerksam und übernahm jede Woche zumindest einen Teil der Live-Sendung, was aber bald wieder beendet wurde, da der brachiale Humor des Rheinlands doch nicht den Erwartungen beim Carrell und Loriot gewohnten Bremer Publikum entsprach. Die sog. Schmunzelkrimis sind ja auch nichts Neues, sondern waren bereits in den ganz frühen s/w Anfängen des Vorabendprogramms und inzwischen fast komplett auf DVDs zu finden (z.B. Kommissar Freytag usw.). Diese wurden im übrigen auch von der Werbetochter der einzelnen Anstalten finanziert und somit eben nicht vollständig von GEZ-Gebühren sondern im überwiegenden Maß eben aus den Werbeeinnahmen!!! Ich gehe davon aus, daß dies auch heute noch so sein wird - einfach mal im Abspann lesen (z.B. "Im Auftrag des WDR" oder "Im Auftrag der WDR mediagroup")...
Alle Kommentare 19 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum