ARD-Wahlexperte Schönenborn zu gebührenfinanzierter Transparenz

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Warum gibt die ARD Gebührengelder für Wahl- und Meinungsforschung aus? Eine Frage, die sich Zuschauer durchaus stellen. Das weiß auch ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn und benennt drei Gründe.

In einem Blog-Eintrag der „Tagesschau“ vom Mittwoch begründete Jörg Schönenborn, warum die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt für ihre Deutschlandtrends vom privaten Wahlforschungsinstitut Infratest beispielsweise Wahltagsbefragungen an Wahlabenden durchführen lässt. Immerhin werden diese Prognosen und aufbereiteten Ergebnisse von Gebührengeldern bezahlt.
 
„Wir sorgen dafür, dass Meinungen sichtbar werden, die in der Diskussion der Parteien kaum auftauchen“, so der ARD-Wahlexperte. Ein Großteil der Bevölkerung beklage sich, dass sie persönlich nichts vom Aufschwung abbekommen würden. Das Gefühl, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer größer werde und wichtige Entscheidungen nicht mehr in der Politik, sondern in der globalen Wirtschaft getroffen würden, überwiege. „Dazu ein Meinungsbild zu erheben, dieses in unseren Nachrichtensendungen darzustellen und damit in die politische Diskussion einzuführen, ist eine durchaus öffentlich-rechtliche Aufgabe“, führte Schönenborn weiter aus.

Zudem sorgten die ARD-Analysen für mehr Transparenz, immerhin gingen viele Umfragen nicht auf die Medien zurück, sondern auf die Parteien selbst, die damit ihre eigene Position bei den Wählern überprüfen wollen. „Wählerinnen und Wähler haben das Recht, die politische Stimmungslage zu kennen, die Grundlage für Entscheidungen von Parteien und Regierungen ist“, beschrieb Schönenborn das Anliegen der ARD. Mit dem „Deutschlandtrend“ sorge die Sendeanstalt für diese notwendige Transparenz.

Darüber hinaus seien Umfragen wichtige Entscheidungsgrundlagen vor Wahlen. Vor allem Bürger, die noch auf der Suche nach der richtigen Partei sind, würden verstärkt Orientierung suchen. Viele Menschen würden ihre Stimme „taktisch“ abgeben und genau analysieren, welche Chancen die verschiedenen Parteien vor der Wahl haben. „Auch da ist es wichtig, dass Umfragen einen unabhängigen Auftraggeber haben und nicht interessengeleitet sind“. [rh]

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3 Kommentare im Forum

  1. AW: ARD-Wahlexperte Schönenborn zu gebührenfinanzierter Transparenz Ich halte solche "Umfragen" der ÖR für Gebührenverschwendung! Das Ganze hat nichts mit dem Sichtbarmachen von Meinungen zu tun, die "in der Diskussion der Parteien kaum auftauchen". Die von ARD und ZDF betriebenen Wählerbefragungen sind vollkommen überflüssig! Es gibt genügend Meinungsforschungsinstitute, die für "Gott-und-die-Welt" schon mehr als genug Umfragen durchführen. Und die Ergebnisse gleichen sie sich in der Regel bis ins Detail. Wenn es den ÖR, nicht nur der ARD, wirklich so wichtig ist, solche und andere von Schönenborn genannte Positionen verständlich machen zu wollen, so verstehe ich nicht, wieso politische und gesellschaftliche Magazine immer seltener zur Hauptsendezeit, immer häufiger zu nachtschlafender Zeit und längenmäßig zu Gunsten qualitativ minderwertiger Massenserien gekürzt werden. Oder für über das überflüssige Seifenoperprogramm (z.B. Überziehungen) geopfert werden müssen. Auch die Dauerlaberrunden auf allen Kanälen ändern daran nicht das Geringste! Sie sind informationslos und inhaltsleer. Für mich sind diese "Begründungen" nur der hilflose Versuch, die massive Gebührenverschwendung, die weder effizient noch nachvollziehbar kontrolliert wird, zu rechtfertigen. Ich erinnere an die vielen Skandale der letzten Jahre z.B. beim MDR, dem Kinderkanal oder dem HR. Es ist für mich unerklärlich, wieso ARD und ZDF 7,5 Mrd. EUR Einnahmen aus Zwangsabgaben bekommen und dennoch damit nicht auskommen können und angeblich auf zusätzliche dreistellige Millionen-Werbeeinnahmen, z.B. zur Finanzierung eines indiskutablen Vorabendprogramms, angewiesen sind. Wo bleiben die hohen Milliardensummen? Ich bezweifele, dass die Umfragen Wahluntentschlossene "wichtige Entscheidungsgrundlagen" bei nicht vorhandenen oder zu nachtschlafendender Zeit ausgestrahlten politischen Sendungen bieten (können). ARD und ZDF sind durch die Politikerverseuchung der Entscheidungsgremien der Sender und der nach politischem Good-will besetzten Positionen, z.B. des Chefredakteurs, weder unabhängig noch interessenfrei!
  2. AW: ARD-Wahlexperte Schönenborn zu gebührenfinanzierter Transparenz Öffentliche Gelder reichen nie. Ob Gebühren oder Steuern. - Elbphilharmonie - Tiefwasserhafen Wilhelmshaven - Flughafen BER etc. etc. etc.
  3. AW: ARD-Wahlexperte Schönenborn zu gebührenfinanzierter Transparenz "Je mehr er hat, je mehr er will, nie schweigen seine Klagen still." Hat meine Oma immer gesagt.
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