ARD: Werbezeitbeschränkungen kommen „Selbstzerstörung“ gleich

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Im Werbezeiten-Streit zwischen dem privaten Rundfunkverband VPRT und den Hörfunkprogrammen der ARD hat die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt die gemeinsame Stellungnahme der Werbetreibenden-Verbände OWM und OMG begrüßt. Die ARD-Werbegesellschaft spricht von der Gefahr einer „Selbstzerstörung“ des Werbemediums Radio und übt harrsche Kritik am Vorstoß des VPRT.

In den vergangenen Wochen hatte es eine heftige öffentliche Debatte zwischen dem VPRT auf der einen und der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) sowie der Organisation der Mediaagenturen im GWA (OMG) auf der anderen Seite gegeben. Der VPRT hatte gefordert, die Werbezeiten im öffentlich-rechtlichen Hörfunk auf maximal 60 Minuten werktags zu beschränken, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. OWM und OMG hatten anschließend vor einer Schwächung des Gesamtmediums Radio als Werbeplattform gewarnt (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete).

Die ARD-Werbegesellschaft hat sich in einer aktuellen Meldung nun erwartungsgemäß der Position von OWM und OMG angeschlossen. Bernhard Cromm, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der ARD-Werbegesellschaften, beschwor im Falle einer Werbezeitenbeschränkung im ARD-Hörfunk die Gefahr einer „Selbstzerstörung“ des Radios als attraktive Werbeplattform. Er merkte an, dass Radiowerbung in einem „beinharten Wettbewerb“ mit anderen Medien stehe. „Dass man in den Verbandsetagen der Privatradio-Lobbyisten die intermediale Sensibilität dieses Themas geflissentlich übersieht, weil man sich kurzsichtigerweise ein Mehr an eigenem Profit davon verspricht, macht die ganze Diskussion umso bedauerlicher“ so Cromm weiter. Die Werbezeiten nach Vorbild des NDR auf 60 Minuten werktäglich zu beschränken, würde demnach auch an der Planungswirklichkeit von Unternehmen und Agenturen vollständig vorbeigehen.

Dass die Hörfunkprogramme des ARD für die Werbetreibenden besonders attraktiv sind, dürfte sich auch aus den aktuellen Mediadaten erschließen. Demnach hören 38,28 Millionen Menschen in Deutschland täglich eines der zahlreichen öffentlich-rechtlichen Radioprogramme. Die ARD-Radiosender erreichen damit mehr Hörer als die über 200 Privatsender, welche täglich von 33,64 Millionen Menschen genutzt werden. Durch eine Einschränkung der Werbezeiten im öffentlich rechtlichen Hörfunk würden nach Angaben von OWM und OMG zahlreiche kaufkräftige Hörerschichten kaum noch mit Radiowerbung erreicht.
Update: 12.06.2012, 16.00 Uhr: Zahl der Radiohörer berichtigt[ps]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

3 Kommentare im Forum

  1. AW: ARD: Werbezeitbeschränkungen kommen "Selbstzerstörung" gleich Was? So viele hören Privatsender?welche täglich von 33,64 Menschen genutzt werden. Knapp 34 Stück. Ja da legst dich nieder :-). Da fehlt wohl das Millionen ^^.
  2. AW: ARD: Werbezeitbeschränkungen kommen "Selbstzerstörung" gleich Wer lesen kann ist klar im Vorteil!!!
  3. AW: ARD: Werbezeitbeschränkungen kommen "Selbstzerstörung" gleich Dann solltest du das schnell lernen, Ich habe meinen Post um 14 Uhr und ein paar zerquetschte abgegeben, da stand es noch nicht da!
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