Belgacom verweigert erneute Einspeisung von ARD und ZDF

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Belgiens größter Telekommunikationansbieter Belgacom TV wird die Programme von ARD und ZDF vorerst nicht wieder in sein Angebot aufnehmen. ZDF-Intendant Thomas Bellut kritisierte die fehlende Bereitschaft Belgacoms an einer Einigung als „inakzeptabel“.

Deutschsprachige Fernsehzuschauer in Belgien, die ihr Programm über den Anbieter Belgacom beziehen, müssen vorerst weiter auf ARD und ZDF verzichten. Wie die öffentlich-rechtlichen Sender am Dienstag bekannt gaben, zeigt der belgische Telekommunikationskonzern trotz zahlreicher Proteste von Seiten der Zuschauer keine Bereitschaft dazu, sich mit den beiden Programmveranstaltern über eine erneute Einspeisung zu verständigen. Das Unternehmen lehnt eine Lizenzentschädigungen für die nächsten beiden Jahre komplett ab, eine Bedingung, die ARD und ZDF nicht hinnehmen können, wie der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor betonte.

Belgacom führte budgetäre Gründe an, wieso das Unternehmen die Zahlungen für die Weitersendungsrechte im Ausland nicht mehr aufbringen könne. Laut europäischem Wettbewerbsrecht können diese aber grundsätzlich nicht kostenlos überlassen werden. ARD und ZDF hielten dagegen, dass bereits der letzte Vergütungsvorschlag, an dem Belgacom inzwischen nicht mehr festhalten will, unterhalb des in Europa üblichen Lizenzniveaus gelegen habe.
 
Wie es weiter in der Mitteilung hieß, seien die Öffentlich-Rechtlichen zu weitreichenden Zugeständnissen bereit gewesen, doch Belgacom verweigere die Suche nach einem Kompromiss. Für ZDF-Intendant Thomas Bellut eine vollkommen inakzeptable Haltung. „Sie missachtet das Interesse vieler Zuschauer sowie die Rechte von Urhebern und wird im Übrigen der Bedeutung der europäischen Hauptstadt Brüssel und des Landes Belgien nicht gerecht“, so Bellut. Man bedauere daher, dass die weiterverbreitung der Programme über diese Platform damit auf absehbare Zeit nicht möglich zu sein scheint.
 
Belgacom hatte die Programme von ARD und ZDF Mitte Mai aus seinem Angebot gestrichen und durch die beiden Privatsender ProSieben und Sat.1 ersetzt. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender können daher bis auf weiteres nur über die örtlichen Kabelnetzanbieter sowie via Satellit und per Livestream im Internet empfangen werden. Im Grenzgebiet steht zudem auch DVB-T als Empfangsweg zur Verfügung. [fm]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

15 Kommentare im Forum

  1. AW: Belgacom verweigert erneute Einspeisung von ARD und ZDF Ohooo, "inakzeptabel", sagt Herr Bellut dazu. Dann wird es sich Belgacom sicher noch mal anders überlegen, wenn man das in Mainz "inakzeptabel" findet. Die zittern sicher schon, wenn Herr Bellut aus Mainz in Deutschland mal auf den Tisch haut und laut "inakzeptabel" ausruft. Huuu.
  2. AW: Belgacom verweigert erneute Einspeisung von ARD und ZDF Warum sollte jemand "zittern"? Wer verlangt dies? Er hat nur den Standpunkt seines Arbeitgebers zum Ausdruck gebracht! Also ist diese "Ironie" völlig deplaziert!
  3. AW: Belgacom verweigert erneute Einspeisung von ARD und ZDF Das ist keine Ironie sondern einfach Hohn und Spott. Etwas ganz anderes. Ironie wäre zb. : ARD&ZDF kommen in soviel belgische Kabelnetze wie der VRT/RTBF in deutschen Kabelnetzen vertreten ist ...
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