Bibel TV: „Bieten eine wirkliche programmliche Alternative“

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Leipzig – Pünktlich zum sechsjährigen Bestehen hat der christliche Familiensender Bibel TV nicht nur seine Sendetechnik auf ein neues Playout-Center umgestellt, sondern auch angekündigt, demnächst mit zwei weiteren Sendern expandieren zu wollen.

Das erklärte Ziel des Senders sei schon immer gewesen, eine christliche Programmplattform aufzubauen, erklärt dazu Henning Röhl, Geschäftsführer von Bibel TV, im Interview mit DIGITAL FERNSEHEN. Es gibt zwar Ideen und Planungen für ein Predigtprogramm und ein christliches Kinderprogramm, allerdings sind diese zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht ganz konkret.

DIGITAL FERNSEHEN: Herr Röhl, Bibel TV feierte am 27. September seinen sechsten Geburtstag. Sind Sie mit der bisherigen Entwicklung des Senders zufrieden? Welches Fazit ziehen Sie aus der sechsjährigen Sendergeschichte?
 
Henning Röhl: Anfangs gab es Viele, die meinten, Bibel TV würde die ersten Jahre nicht überleben. Wir sind dankbar dafür, dass es uns auch nach Auslaufen der Anschubfinanzierung weiterhin gibt und geben wird. Bibel TV ist der einzige TV-Sender in Deutschland, der größtenteils von seinen Zuschauern direkt unterhalten wird. Sie haben uns treu bei unserer Entwicklung begleitet und unterstützt. Unser Programm ist dadurch vielfältiger und auch sehr viel besser geworden. Die Eigenproduktionen nehmen zu, die technischen Einrichtungen sind zuhöchst innovativ. Die junge Mannschaft besteht aus über 30 Festangestellten, fast ebenso vielen festen Freien Mitarbeitern und sieben Volontären. Alle sind äußerst motiviert. Es macht Spaß hier zu arbeiten, und das überträgt sich auch auf das Programm.
 
Die technische Reichweite ist stark gestiegen, die Zuschauerreaktionen aus ganz Europa sind enorm. Die Zahl der Anrufe, Mails und Briefe liegt mittlerweile bei über 4 000 im Monat mit stark steigender Tendenz. Bibel TV hat seinen festen Platz als christlicher Familiensender gefunden. Während Öffentlich-Rechtliche und andere Private oft mit hechelnder Zunge dem Publikumsgeschmack hinterherlaufen, bieten wir eine wirkliche programmliche Alternative. Wir zeigen auf beiden Kanälen Sendungen, die anderswo nicht zu sehen sind. Unsere Zuschauer danken uns für dieses werteorientierte christliche Familien-Programm.
 
DF: Seit Dezember 2007 gehört der gemeinnützigen Bibel TV GmbH zusätzlich der christliche Jugendsender Tru Young Television an. Sie haben angekündigt, zwei weitere Kanäle starten zu wollen. Wie sollen die beiden Sender heißen und welche Programmschwerpunkte bzw. Programmausrichtungen sind vorgesehen? Welche Zielgruppe möchten Sie mit den beiden neuen Sender-Ablegern ansprechen?
 
Henning Röhl: Es war immer unsere Absicht, eine christliche Programmplattform aufzubauen. Was fehlt, ist ein christliches Kinderprogramm und ein Predigtprogramm, für das es auch in Deutschland ein bemerkenswertes Publikumsinteresse gibt. Es gibt Ideen und Planungen, aber ganz konkret sind diese im Moment nicht, denn wir müssen zunächst das Erreichte konsolidieren und dürfen den Bestand nicht gefährden. Wir können zum Beispiel noch nicht übersehen, welche Auswirkungen die gegenwärtiger Wirtschafts- und Finanzkrise auf unser Spendenaufkommen hat. Wegen dieser Unsicherheiten warten wir also zunächst einmal ab, aber die Wünsche und Visionen werden nicht weniger. Wenn wir diese vor sechs Jahren nicht gehabt hätten, wären wir bis heute nicht so weit gekommen.
 
DF: Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung des an Weihnachten 2007 gestarteten Jugendsenders Tru Young Television?
 
Henning Röhl: Tru Young Television ist noch nicht einmal ein Jahr alt. Die Zuschauerzahl wächst, im Internet und über die digitale Schüssel, aber wir wissen natürlich, dass es nicht ganz einfach ist, mit so begrenzten Mitteln einen derartigen Spartensender zu starten. Dennoch bin ich der Meinung, dass die junge, kreative Redaktion um meinen Geschäftsführerkollegen Bernd Merz eine hervorragende Arbeit leistet. Hauptbestandteil des Programms ist Musik; so genannte CCM, Contemporary Christian Music. Sie ist international stark im Kommen und auch im deutschen Markt wird das Interesse an ihr weiterhin zunehmen.
 
DF: Sind für die kommende TV-Saison mehr Eigenproduktionen bei Bibel TV geplant? Gibt es Neuerungen im Programm?
 
Henning Röhl: Wir steigern die Eigenproduktionen ständig: Es gibt neue Dokumentationen, wir werden die Themenabende, die unter Livebedingungen aufgezeichnet werden, vermehren. Wir starten im neuen Jahr eine Serie mit Gedichten und anderen literarischen Produkten, die uns unsere Zuschauer zuschicken, ein neues christliches Ratgeberformat ist in der Planung und natürlich gibt es eine ganze Reihe neuer Musiksendungen. Da wir auch die Einnahmen nicht vernachlässigen können, haben wir gerade gemeinsam mit der Stiftung Christliche Medien einen christlichen TV-Shop im Programm eröffnet. Wir sind außerdem dabei, eine Initiative zur vermehrten Akquisition von Werbung zu starten.
 
DF: Mit C-TV und Trinita TV gibt es demnächst gleich zwei weitere christliche Sender. Inwiefern betrachten Sie diese als Konkurrenz? Denken Sie, dass Sie trotzdem konkurrenzfähig bleiben?
 
Henning Röhl: Beide von Ihnen genannte Initiativen sind bislang über Ankündigungen nicht hinausgekommen. Wir freuen uns natürlich über jeden zusätzlichen christlichen TV-Kanal in Deutschland, denn wir treten ja alle an, die eine Botschaft zu verkünden. Uns haben die vergangenen Jahre gezeigt, dass es ein mühsamer Weg ist, wenn man als Veranstalter eines Spartenprogramms in Deutschland bestehen will. Auch im digitalen Zeitalter ist Fernsehen teuer und man braucht einen langen Atem. Wir verfügen mittlerweile über beträchtliche Erfahrungen in diesem Geschäftund wir haben nicht die Absicht, unseren Vorsprung kleiner werden zu lassen, sondern wir wollen ihn natürlich noch ausbauen. Und wir sind da sehr zuversichtlich.
 
DF: Herr Röhl, vielen Dank für das Interview. [cg]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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