BR: Belästigungsvorwürfe von Ex-Studioleiterin

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Ihr Vertrag wurde aus nebulösen Beweggründen nicht verlängert. Nun erhebt die ehemalige Studioleiterin schwere Vorwürfe gegen ein Gremiumsmitglied des Bayerischen Rundfunks.

Kathrin Degmair wurde vor fünf Jahren die erste Frau an der Spitze des BR-Studios Franken. Ihre Beförderung wurde damals als Zeichen der Frauenförderung bei der Sendeanstalt kommuniziert. Nachdem ihr Vertrag nun nicht mehr verlängert wurde, sehen die Zeichen der Zeit gänzlich anders aus.

Der Vorwurf der sexuellen Belästigung seitens Degmairs gegen ein namentlich nicht genanntes Mitglied eines BR-Gremiums steht im Raum. Offenbar soll der Mann ihr gegenüber während der Amtszeit als Studioleiterin mehrmals verbal zu nahe getreten sein, wie zuerst die „Süddeutsche“ über die Vorwürfe berichtete.

Das Blatt erwähnt in seinem Bericht weiter, dass viele teilweise auch sexistische Annäherungsversuche von anderen Mitarbeitern wahrgenommen wurden.

Der Süddeutschen ist die Person bekannt: „Es gab keinerlei sexuelle Belästigung meinerseits gegenüber Frau Dr. Degmair“, erklärt der Mann auf Anfrage.Pikant wird es nun bei der ausgebliebenen Vertragsverlängerung. Die Zeitung spekuliert, dass der Angeklagte hinter den Kulissen Einfluss auf die Personalie genommen haben könnte. Die Studioleiterin soll wegen ihrer direkten Art aber auch intern Kritiker gehabt haben. In diese Richtung spekulierten zuletzt die vor Ort ansässigen „Nürnberger Nachrichten“.

„Der BR kann Vorwürfen nur nachgehen, wenn Betroffene diese auch zur Kenntnis bringen und konkretisieren“, wird BR-Justitiar Albrecht Hesse von der „SZ“ zitiert. Weiter sei keiner der Vorwürfe „konkret [bei] für solche Fälle ausgewiesenen Anlaufstellen des BR eingespeist“ worden.

Richtigstellung: Laut BR wurde den Vorsitzenden der Gremien nach zuerst intern geführten Gesprächen seitens externer Beratung bestätigt, „dass auf Basis der vorliegenden Informationen und Erkenntnisse keine Versäumnisse und kein Handlungsgebot für den BR oder seine Gremien erkennbar waren.“ Und weiter: „Nach vorliegenden Informationen wurden in dem Fall die in anderen Institutionen üblichen Standards im Umgang mit derartigen Vorgängen eingehalten.“

Zuerst hieß es hier abschließend: „Über den Streitfall, in dem Aussage gegen Aussage steht, müsse nun die BR-Verwaltungsratsvorsitzende CSU-Politikerin Ilse Aigner verhandeln.“ Nach Schilderung der Rundfunkanstalt ist dies also schon geschehen. Nichtsdestotrotz hat Frau Degmair einen Anwalt eingeschaltet. [bey]

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20 Kommentare im Forum

  1. Und wieder einmal ein von der Politik geführter Verwaltungsrat bei einer Anstalt. Und das ausgerechnet die Aigner-Ilse, alias Präsidentin des Bayerischen Landtags. Übrigens: Die Wikipedia hat sogar ein Artikel über Ilse Aigner in Latein. Ilse Aigner - Vicipaedia
  2. Schade, daß es Frauen heute so einfach gemacht wird mit solchen Mitteln ihren Willen durchzusetzen oder sich im Nachhinein zu rächen wenn mal etwas nicht nach ihrer Mütze geht.
  3. Vielleicht war die Frau zu aufmüpfig oder war zu ehrgeizig, sodass sich einige "entmannt" gefühlt haben und hat deswegen den Vertrag nicht verlängert bekommen? Aber nein, es ist immer die Frau schuld. Is doch klar. Es sind immer Frauen, die Lügen und sich bereichern oder rächen wollen mit solchen Vorwürfen. (n)
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