Bundesliga-„Sportschau“ künftig erst um 19.15 Uhr?

14
1516
Sportschau im Ersten © WDR
© WDR

Keine Bestandsgarantie: Laut DFL-Geschäftsführer Steffen Merkel könnte es für die „Sportschau“ in Zukunft eng werden. Zwei Pakete stehen voraussichtlich zur Auswahl.

Im zweiten Quartal dieses Jahres will die Deutsche Fußball Liga die Medienrechte ab der Saison 2025/26 vergeben. Ob die ARD-Sportschau samstags auch weiter erste Bilder im Free-TV zeigt, ist offen.

Die Zukunft der Bundesliga-Sportschau am Samstagabend in der ARD ist ungewiss. Bei der im zweiten Quartal dieses Jahres anstehenden Vergabe der Medienrechte ab der Saison 2025/26 gebe es „für kein Zeitfenster, kein Format und keinen Sender eine Bestandsgarantie“, sagte DFL-Geschäftsführer Steffen Merkel in einem Interview der „Sport-Bild“ (Mittwoch). „Das liegt ganz einfach in der Natur einer offenen Ausschreibung.“

Finale Entscheidung über Bundesliga-Rechte und damit auch der „Sportschau“ im Frühjahr

Die Deutsche Fußball Liga hat beim Bundeskartellamt laut Merkel zwei Szenarien eingereicht. „Eines mit einem Sende-Fenster, wie man es heute kennt. Was an die ARD-Sportschau, aber genauso auch an andere frei empfangbare Sender gehen könnte“ und „ein späteres Sende-Fenster von 19.15 Uhr bis 20.15 Uhr. Welches Paket den Zuschlag bekommt, hängt von den inhaltlichen Konzepten und Geboten ab.“ Generell habe man „im Markt ein umfassendes Interesse an einer kompakteren Verwertung im Free-Bereich am Samstagabend“ festgestellt, sagte Merkel weiter.

Die ARD zeigt derzeit samstags ab 18.30 Uhr erste Zusammenfassungen im Free-TV von den Nachmittagsspielen in der Fußball-Bundesliga. Die durchschnittliche Reichweite in der vorigen Saison lag bei rund 3,7 Millionen Menschen. „Uns ist natürlich klar, dass die ARD mit der Sportschau seit der Gründung der Bundesliga 1963 deren langjährigster Partner ist“, sagte Merkel. Dass der Sender bei der Ausschreibung auf ein Paket mit späteren Highlight-Rechten bieten würde, gilt in der Branche allerdings als unwahrscheinlich.

Zuschauer sollen näher an die Spieler herankommen

Mit Blick auf die Rechtevergabe treibt die DFL ihre Planungen eines weiter verbesserten Medienangebotes voran. So ist eine ligaweite Doku geplant, die Einblicke hinter die Kulissen bieten soll. „Da muss es nicht nur um den Spieltag und die großen Clubs gehen“, so Merkel.

Der 43-Jährige wünscht sich künftig zudem deutlich mehr mediale Nähe zu den Vereinen. „Dazu gehören Kurz-Interviews mit Spielern nach der Ankunft des Mannschaftsbusses am Stadion; Bilder einer in der Kabine installierten Kamera, um erste Emotionen einzufangen, wenn die Spieler reinkommen; und vor allem auch mehr Zugang zu den Teams unter der Woche wie Aufnahmen beim Training, mehr Interviews und Hintergrundgeschichten mit den Stars, um auch zwischen den Spieltagen mehr bieten zu können“, führte Merkel aus.

Bildquelle:

  • Sportschau-Logo: © WDR

14 Kommentare im Forum

  1. Und? Die DFL ist geldgeil, warum sollen sie da auf Geld verzichten. Vermutlich wird die Sportschau bleiben, aber der Finanzbedarf des öR noch mehr ansteigen.
  2. Die wollen ihr Produkt möglichst gewinnbringend verkaufen, wie jedes andere Unternehmen auch. Arbeitest du in der Heilsarmee? Die ÖR werden sicher nicht mehr bezahlen als vorher, schon gar nicht ab 19.15 Uhr.
  3. Der ÖR wird alles versuchen, Fußball in irgendeiner Weise präsent zu halten. Wenn jetzt wieder die Argumente kommen, dass viele Fußball schauen, dann gibt es mindestens genauso viele Gebührenzahler, die es nicht machen. "möglichst gewinnbringend" ist ja ok, aber das Produkt an sich wird immer schlechter... Die DFL traut sich de facto nicht, komplett ins PayTV zu gehen, da sie ansonsten viele "Fans" verlieren werden. Die Lizenz-Forderungen der DFL waren noch nie wirklich refinanzierbar, also passt meine Bezeichnung "geldgeil" sehr wohl. Das hat nichts mit Heilsarmee zu tun. "Wenn sich ein Produkt nicht refinanzieren lässt, taugt es nichts." Das ist Anfänger-BWL. Denk mal darüber nach.
Alle Kommentare 14 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum