CEO von Time Warner prophezeit Ende des Kinofensters

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Bisher sind Heimkinoveröffentlichungen neuer Filme erst einige Monate nach der Kinoauswertung im Handel erhältlich. Das sogenannte Kinofenster ist aber bereits seit einiger Zeit Gegenstand heißer Diskussionen. Nun hat Time-Warner-Chef Jess Bewkes erklärt, dass die Veröffentlichungsstrategie im Zeitalter digitaler Piraterie keinen Bestand mehr hat.

In der „Charlie Rose“-Show erklärte Bewkes, der zugleich die Geschäfte des umsatzstarken US-Studios Warner Bros. verwaltet, dass das Kinofenster fallen müsse, um Internetpiraterie vorzubeugen, berichtete der „Guardian“ aktuell. Nach Bewkes Meinung hätten demzufolge die gesamte Filmindustrie aber auch die Kinobesitzer ein Interesse daran, dass neue Kinofilme frühzeitig und noch während ihrer Kinoauswertung auf allen Plattformen zugänglich sein müssten, sei es im Kino, auf DVD/Blu-ray oder als Video-on-Demand-Angebot.

Bisher haben sich die Kinobesitzer vehement gegen eine Verkürzung der exklusiven Kinoauswertungszeit von rund vier Monaten gesträubt. Auch Bewkes sehe die Gefahr für die Kinoketten. Daher würden die Studios darauf achten, bei der Entwicklung einer neuen Strategie das Kinoerlebnis und damit dieKinoumsätze nicht zu untergraben. Dennoch stehe für ihn fest, dass die Tage der bisherigen Auswertungskette gezählt seien, da von einer verspäteten Heimkinoveröffentlichung lediglich Internetpiraten profitieren würden. Mit illegalen Downloads entstehe der US-Wirtschaft jährlich ein Schaden von rund 20 Milliarden Dollar.
 
Zudem erwarte der CEO von Time Warner, dass die Preise für Heimkinoveröffentlichungen weiter fallen werden. In der digitalen Filmverwertung über VoD-Angebote sehe er ebenfalls eine gute Möglichkeit, auf kostengünstige Weise geschäftlich erfolgreich zu sein.
 
Die Zeitspanne von der Kinauswertung bis zum Release als DVD oder Blu-ray von 17 Wochen wurde bereits häufig diskutiert. 2010 hatte sich Medienriese Disney mit den Kinos in den Haaren, als es um den Kinostart von Tim Burtons Hit „Alice im Wunderland“ ging. Disney wollte aus Angst vor der illegalen Verbreitung des Filmsim Internet den DVD-Verkauf bereits nach 13 Wochen starten. Daraufhin drohten mehrere europäische Kinobetreiber mit einem Boykott des Blockbusters. Am Ende spielte der Film weltweit mehr als 1 Milliarde Dollar ein. [rh]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

2 Kommentare im Forum

  1. AW: CEO von Time Warner prophezeit Ende des Kinofensters Ich bemühe mal meine Glaskugel und prophezeie, dass es die übrigen Filmstudios nicht die Bohne interessiert. Sie sind nur an Gewinnmaximierung interessiert.
  2. AW: CEO von Time Warner prophezeit Ende des Kinofensters Wenn Du Deiner Prophezeihung noch Inhalt hinzufügst, beispielsweise eine logische Begründung für Deine platte Behauptung, könnte eine Diskussion beginnen. Im übrigen ist Gewinnmaximierung ein zentrales Ziel eines jeden nicht gemeinnützigen Unternehmens, falls Dir das noch nicht aufgefallen sein sollte. Ich sehe auch nicht, dass sich Jess Bewkes von diesem Ziel verabschiedet. Strotti
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