DAZN-Mission gescheitert

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DAZN
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DAZN-Chefin Alice Mascia hatte für 2023 eine große Mission, an der sie gescheitert ist, trotzdem hält man weiter an ihr und der Mission fest und sieht sich auf einem guten Weg.

DAZN ist weiterhin nicht profitabel. Noch nicht, würde die Chefin nun wahrscheinlich sagen. Aber festhalten bleibt trotzdem, dass man beim Sportstreaminganbieter das Ziel, 2023 aus den roten Zahlen herauszukommen, verfehlt hat, wie Mascia gegenüber der „SZ“ zugegeben hat.

DAZN-DACH-Chefin Alice Mascia
Alice Mascia. Bildrechte: DAZN Group

Dort gab sie an, dass DAZN seine Verluste insgesamt um die Hälfte reduzieren konnte und hob den Anteil der von ihr verantworteten DACH-Region (Anm.: Der deutschsprachige Raum) hervor. Lediglich einen von zwölf Monaten haben man demnach profitabel gestalten können. Vermutlich zum Zeitpunkt einer der mehrfachen Preiserhöhungen könnte man nun unken.

Profitabilität (nur?) durch Preiserhöhungen in erreichbarer Nähe

Dennoch sieht sich DAZN auf dem richtigen Weg und hat nach Einschätzung von Mascia auch seine Ziele erreicht, selbst wenn diese vor Jahresfrist eben noch anders klangen (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Tatsächlich geht die Tendenz klar in ihre Richtung. Aber trotzdem ist Vorsicht geboten, schließlich handelt es sich lediglich um eigene Angaben.

Nichtsdestotrotz: Sollte es Alice Mascia gelingen, die Profitabilität von einem auf zwölf Monate auszubauen, käme dies in der Tat einem Husarenstück gleich. Denn, so ehrlich muss man bei der Analyse von DAZN, auch andere Konkurrenten vor ihnen sind bereits an diesem alles entscheidenden Punkt gescheitert.

Nicht nur DAZN: Auch Sky muss seine Zahlen im Blick behalten

Wohl auch, um das Ziel, welches nun schlicht auf Ende 2024 vertagt wurde, noch zu erreichen, verzichtet man laut der DAZN-Chefin auch weiterhin darauf, um Medienrechte an Welt- und Europameisterschaften mitzubieten. Die Bundesliga dürfte hingegen ein Kernstück in der Zukunftsstrategie des Unternehmens spielen. Ähnlich wie bei der Konkurrenz von Sky, die man ja bereits erfolgreich aus der Champions League verdrängen konnte.

Auch national kommt es bekanntlich in absehbarer Zeit zum Showdown um die Übertragungsrechte. Eine finanziell konservative, weil womöglich zu defensive Herangehensweise könnte DAZN im Kampf um die Rechte schaden. Offensiveres Vorgehen hingegen die Profitabilität in noch weitere Ferne rücken.

Wie von der DFL befürchtet, könnte ein Szenario für die Bundesliga demnach rückläufige Einnahmen seitens DAZN und Sky vorsehen. Denn auch von den Unterföhringern ist aktuell nicht anzunehmen, dass sie „all-in“ gehen.

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27 Kommentare im Forum

  1. Es hat den Anschein das immer mehr Leute auf den Trichter kommen, das Fußball nicht der Nabel der Welt bedeutet. Soweit ich das mitbekommen habe wurden auf vielen Wegen verbilligte Angebote gemacht. Was gut für den "Verbraucher" ist aber schlecht für den Anbieter. So bleibt es ein Minus Geschäft und das kann auf die Dauer nicht gut gehen. Mir im übrigen mittlerweile völlig egal, sämtliche kostenpflichtige Dienste gekündigt, spart mir ein Haufen Geld und hab Zeit für die Familie und andere schöne Dinge. Die DFL ist ein moderner Raubritter, die den Hals nicht voll genug bekommen kann. Es hat bei mir auch ein Stück gedauert bis diese Erkenntnis zu einer Konsequenz geführt hat. Aber es lohnt sich mal über diesen Aspekt nachzudenken.
  2. Seit 2 Jahren ohne Sky und habe noch nie auch nur einen Cent an DAZN bezahlt. Daran wird sich auch nichts mehr ändern! Danke Sky und DAZN, dass ihr es mir mit eurer Preistreiberei so leicht macht auf euch zu verzichten.
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