Der Weg zur Analogabschaltung

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Es war eines der Themen des ersten Halbjahres 2012: Die Analogabschaltung. Nach 25 Jahren ging am 30. April die Ära des analogen Satellitenfernsehens in Deutschland zu Ende.

Mit einer breiten Informationskampagne wurde die Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens im Frühjahr 2012 eingeläutet. „Niemand kann sagen, er hätte nichts gewusst“, fasste Jörg-Peter Jost von der Deutschen TV-Plattform die Lage kurz vor dem Stichtag zusammen. Bereits zuvor war von langer Hand an der Aufklärung der Bevölkerung zur Abschaltung gearbeitet worden. Und in der Tat: Dank des großen Aufwandes waren praktisch alle geschätzt 2,5 Millionen analoge TV-Zuschauer (Stand: Ende 2012) in Sachen Analogabschaltung im Bilde.
 
Beschlossen worden war die Abschaltung des Satellitenfernsehens 2009. Bereits zum Jahresende 2011 stellten die ersten Sender den analogen Betrieb über Satellit ein. Sender wie DMAX oder Comedy Central agierten damit als frühe Vorboten zur Analogabschaltung. Zur gleichen Zeit liefen auch die ersten Aufklärungskampagnen im TV und Internet an. Die bereits medial gestreuten Informationen mussten zudem auch teilweise relativiert werden – denn ein nicht erheblicher Anteil der Deutschen nahm an, das analoge Kabel werde generell abgeschaltet, also auch im Kabelnetz. Dabei sollte es nur das Satellitensignal betreffen.

Am Anfang des Jahres 2012 boomten dann die Kassen der Hersteller für Empfangstechnik. Mit einem Umsatzplus von satten 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr profitierte die Branche im ersten Halbjahr enorm von der Analogabschaltung. „Das Jahr 2011 und das erste Halbjahr 2012 waren von einem regelrechten Boom bei Kopfstellen und Receivern gekennzeichnet“, sagte Herbert Strobel, Geschäftsführer der Astro Strobel Kommunikationssysteme und Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Satellit & Kabel, im Sommer über die erste Hälfte des Jahres. Der Branche habe die Abschaltung des analogen fernsehens eine 18 Monate andauernde Sonderkonjunktur beschert. Auch die Nachfrage nach HDTV-Geräten sein damit gestiegen.
 
Die Informationskampagne „Klardigital 2012“ startet genau zwei Jahr vor dem Termin zu Abschaltung. Die Initative wurde von den Landesmedienanstalten in Zusammenarbeit mit der ARD, dem ZDF, der RTL Media Group, ProSiebenSat.1 und dem VPRT ins Leben gerufen. Ziel war nicht nur das Informieren der betroffenen Zuschauer, sondern auch des Fachhandels und -handwerks sowie der Wohnungswirtschaft und der Kabelnetzbetreiber.
 
Neben einer eigenen Internetseite wurde ein Jahr vor der Abschaltung erstmals auch im Fernsehen selbst mit einem TV-Spot informiert. Ziel dabei war es, möglichst viele Zuschauer so früh wie möglich zum Umrüsten vom analogen zum digitalen Fernsehempfang über Satellit zu bewegen, um Lieferengpässe oder Mehrkostn kurz vor der Abschaltung zu vermeiden.
 
Auf der IFA 2011 wurde ebenfalls Aufklärungsarbeit für den bevorstehenden Abschalttermin geleistet. Neben den an der „Klargdigital“-Initiative beteiligten Sendern stellten sich auch TV-Hersteller wie Panasonic mit  Informationsmaterialien zur Vefügung. Das Umrüsten von mehreren Millionen Haushalten wurde in den klassischen Medien von einer Vielzahl von redaktionellen Beiträgen und Spots begleitet. In den letzten hundert Tagen vor der Analogabschaltung wurden die Kampagnen dann noch einmal intensiviert, um auch wirklich jeden der Zuschauer zu informieren.
 
In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai war es dann soweit – das analoge Signal über Satellit wurde „erfolgreich und ohne größere Probleme abgeschaltet“, wie der Vorsitzende der Lenkungsgruppe der Informationskampagne, Hans Hege, sagte. Nur ganz wenige Zuschauer seien nicht auf die Abschaltung vorbereitet gewesen und hätten sich Rat bei der zentralen Servicehotline geholt.
 
Durch die Abschaltung erhielten Millionen von bisher analogen Haushalten Fernsehen in besserer Qualität und mit mehr Sendervielfalt. Über Satellit wurden so zudem auch neue Kapazitäten frei, da die Bandbreiten-hungrigen Analogsignale nun wegfielen. So profitierten die Zuschauer gleich doppelt – durch eine weiter steigende Programmvielfalt über das digitale Satellitenprogramm. [Hans-Jakob Völkel]

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