Deutsche Bahn: Züge werden mit Augmented Reality repariert

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Ein Deal zwischen einer IT-Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn und Technologiedienstleister 3spin soll einen neuen Weg ebnen. DB Systel wartet künftig Züge mittels Augmented Reality-Technologie.

Zukunftsmusik bei der Deutschen Bahn. DB Systel, eine Tochtergesellschaft des Konzerns, geht einen vierjährigen Rahmenvertrag mit dem Darmstädter Technologiedienstleister 3spin ein. Das erklärte Ziel des Deals ist es, Züge mittels Augmented Reality-Technologie zu warten.

Doch wie genau soll das aussehen? Wie die Firma 3spin in einer Mitteilung ankündigt, sollen AR-Brillen wie die Microsoft HoloLens Service-Technikern Anleitungen Schritt für Schritt und dreidimensional im Sichtfeld anzeigen. Positiver Nebeneffekt: Nachwuchskräfte können besser geschult und die Sicherheit während der Durchführung erhöht werden. Auch Fachkräftemangel und dem demographischem Wandel soll so entgegengewirkt werden.
 
Laut dem Unternehmen wurden bereits erste Tests dazu durchgeführt. In dem ICE Werk Frankfurt-Griesheim habe man sich zunächst für die Kaffeemaschine des ICEs als Anwendung entschieden, erläutert Dr. Stefan Roth, Product Owner bei DB Systel: „Das mag auf den ersten Blick einfach klingen, tatsächlich ist dies aber ein komplexes Gerät, das gewartet werden muss.“
 
Wenn Techniker das Gerät warten, sehen sie eine digitale Kopie der Kaffeemaschine vor sich. Dieser Digital Twin kann optisch verändert werden. So können beispielsweise potentiell heiße Bauteile als Warnhinweis hervorgehoben werden.
 
Neben der Kaffemaschine sollen viele verschiedene Geräte wie Klimaanlagen, Türen und Sanitäranlagen besser gewartet werden können. [PMa]

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6 Kommentare im Forum

  1. Wirkt für mich wie eine Bankrotterklärung an eine nachhaltige Personalplanung und an die weitgehende Konstanz der Belegschaft über viele Jahre und es gruselt mich. Solange es nur die Kaffeemaschine ist, solls meinetwegen ok sein. Sicherheitsrelevante Baugruppen sähe ich lieber von erfahrenen Fachleuten gewartet als von schnell angelernten Kräften, die das umsetzen, was ihnen die Brille einspiegelt, aber keinerlei Erfahrung und vielleicht auch kein technisches Gefühl für die Baugruppe und die Funktionszusammenhänge haben.
  2. Leider werden die Systeme immer komplexer und es fehlen ausreichend qualifizierte Mitarbeiter, nicht nur bei der Bahn. Die Zeiten, in denen ein Gestänge eine Klappe öffnete und die Kacke auf die Schwellen fiel sind vorbei, heute hat eine Vakuumtoilette Elektronik und Sensoren. Sicherlich wurde da auch versäumt, rechtzeitig genug Leute auszubilden, nicht nur für die Toiletten. Wahrscheinlich sind die Systeme auch deutlich anfälliger als sie sein müssten, denn wie immer wurde wahrscheinlich das günstigste Angebot gewählt.
  3. Guter Witz. Letztens hat es in den ICE mit dem ich unterwegs war rein geregnet. Stand so im Gang weil alles voll und auf einmal tropft es mir in den Nacken.
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