DF-Umfrage: Verschmelzung von Kabelanbietern keine Gefahr

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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In den letzten Wochen wurde eine Übernahme von Kabel Deutschland heiß diskutiert. Als mögliche Käufer standen Vodafone und Liberty Global zur Auswahl. Die Mehrheit der DF-Leser war der Meinung, dass eine solche Übernahme keinen Einfluss auf den Wettbewerb hat.

Nachdem in den letzten Wochen die Debatte um eine Übernahme von Kabel Deutschland nicht abreißen wollte, wobei als Interessanten sowohl der britische Mobilfunkriese Vodafone als auch der internationale Kabelnetzbetreiber Liberty Global in Frage kamen, wurden vermehrt Bedenken geäußert. Seit Montagmorgen steht nun fest, dass der Zuschlag wohl an den Briten geht – Vodafone wird Kabel Deutschland, den führenden deutschen Kabelnetzbetreiber, voraussichtlich schlucken.
 
Diese tiefgreifenden Ereignisse auf dem Kabelmarkt waren Anlass genug für die Redaktion von DIGITAL FERNSEHEN, ihre Leser zu fragen, was sie von der Verschmelzung der Anbieter auf dem Kabelmarkt halten: Segen oder Gefahr?! Eine eindeutige Mehrheit von 47,7 Prozentwar der Meinung, dass es für den Wettbewerb unerheblich sei, wer die Kabelnetz beherrsche. Nur wenn die Betreiber diese öffnen würden, könne für den Kunden ein echter Wettbewerb entstehen.

Mit 26,5 Prozent deutlich weniger, aber dennoch knapp ein Drittel ausmachend, entschieden sich die Leser für die Antwort, dass die großen Netzbetreiber ohnehin schon unflexibel gegenüber dem Kunden seien. Ein weiteres Wachstum würde daher eher Schaden als Nutzen bringen. Tendenziell negativ auf Fusionen und Übernahmen zu sprechen waren außerdem weitere 16 Prozent der Umfrageteilnehmer, die annehmen, dass der Wettbewerb zwischen den Anbietern Schaden nehmen würde durch weitere Verschmelzungen.
 
Insgesamt nur knapp ein Drittel der Befragten sah in solchen Übernahmen einen Vorteil. 2,8 Prozent waren der Meinung, der Nutzen von Fusionen liege darin, dass alle Kabelhaushalte das gleiche Angebot bekommen könnten. Sogar 7,1 Prozent unterstrichen die innovative Komponente: größere Anbieter könnten durch die Verschmelzungen den Netzausbau schneller voranbringen.
 
 
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8 Kommentare im Forum

  1. AW: DF-Umfrage: Verschmelzung von Kabelanbietern keine Gefahr Die Fragestellung greift zu kurz. Das Fernsehen ist letztlich nur ein Nebenschauplatz. Warum? Vodafone drückt sich in den Kabel Deutschland - Gebieten vor dem Aufbau einer eigenen NGN Festnetzinfrastruktur, sprich Glasfaser. Kabel ist vorhanden und ein eigener Netzaufbau würde viel Zeit und Geld kosten. Die Telekom macht bundesweit mit Vectoring faktisch das Gleiche. Beide machen auf Kupfer wobei das Kabel wenigstens die bessere Performance hat, nur ein neues Netz und damit Wettbewerb entsteht so nicht. Im Gegenteil. Anbieter wie M-Net werden vergeblich z.Bsp. auf Vodafone warten wenn sie ihre Leitungen vermieten wollen. Die kleinen Anbieter wie die Stadtwerke aber sind die Firmen die wirklich was bewegen und für neuen Wind sorgen. Für die Konzerne ist das logisch und prima nur die Verbraucher bringt das nicht wirklich weiter. Sogesehen wäre Liberty die bessere Wahl mit einer Einschränkung, und das ist der TV-Einspeisemarkt.
  2. AW: DF-Umfrage: Verschmelzung von Kabelanbietern keine Gefahr Ist halt immer so eine Sache mit den "Übernahmen".... Vor allem, wenn der Wettbewerber jene vor Gericht bringt. Quelle
  3. AW: DF-Umfrage: Verschmelzung von Kabelanbietern keine Gefahr Dieser Ansicht bin ich ebenfalls. Koax-Kabel würde theoretisch die bessere Performance ermöglichen, aber da gibt es doch ein paar Unterschiede die man bedenken muss. TV-Kabel ist (auf der "letzten Meile") ein Baumnetz von der Infrastruktur her betrachtet, das Telefonkabelsystem ist ein Sternnetz. Das Koaxkabel hätte die höhere Übertragungskapazität, aber der größte Teil dieser Kapazität wird für die Übertragung von TV-Programmen genutzt, nicht für Internet. Von daher hat das TV- Kabelnetz keine so gravierenden Vorteile (gegenüber VDSL) was die Internet-Übertragungskapazität für den einzelnen Nutzer betrifft. Es sei denn KD + Vf lassen in den nächsten Jahren die analoge TV-Übertragung langsam auslaufen u. setzen verstärkt auf IP-Streaming bei TV.
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