DFB und Ligaverband gehen gegen Sportwetten-Urteil vor

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Kritische Stimmen von Seiten des Fußballs wurden wegen dem Beschluss der Regierungschefs der Länder zur Umsetzung der Sportwetten-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts laut.

Wie DFB und Ligaverband in einer gemeinsamen Erklärung zum Thema Sportwetten äußerten, ginge es der Mehrheit der Länder offenbar nicht mehr um die Sportförderung, sondern angeblich ausschließlich um Suchtbekämpfung.

Dies könne man nicht akzeptieren. Man sei umso mehr verwundert, da die Politik angesichts der großen WM-Begeisterung die gesellschaftliche Bedeutung des Sports zuletzt immer wieder hervorgehoben habe. DFB und Liga befürchten laut eigenen Aussagen „dramatische Auswirkungen“ auf die Finanzierung des Breiten- und Profisports. Dies betreffe den Fußball, aber vor allem auch wirtschaftlich schwächere Sportfachverbände. So würde die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Profi-Clubsdurch den Beschluss ebenso eingeschränkt wie das Engagement von Ehrenamtlichen.
 
Der Fußball in Deutschland habe eine grundsätzlich andere Auffassung zur Umsetzung des Bundesverfassungsgerichtsurteils vom 28. März 2006. Statt ausschließlich auf das staatliche Monopol zu setzen, ist nach Ansicht von DFB und Liga eine begrenzte Konzessionierung der bessere Weg. Auf diese Weise sei die Eindämmung und Kanalisierung von Spielsucht ebenso wie die wirtschaftliche Unterstützung der Sportverbände gesichert.
 
DFB und Liga fordern, ihre Vorstellungen bei künftigen gesetzlichen Regelungen einbringen zu können. Fußball schaffe durch die Organisation des Spielbetriebs erst die Grundlage für einen Wettbetrieb. In einem Gespräch mit dem neuen DOSB wird der Fußball erörtern, inwieweit der Sport in Deutschland in der Lage ist, eine gemeinsame Linie zu vertreten. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe unter Leitung von Wilfried Straub werde von DFB und Liga eingesetzt, „um den Fußball vor weiteren Schritten, die einer wirtschaftlichen Enteignung gleichkommen, zu bewahren“. Dabei sollen die Auswirkungen auf ihre Verfassungsmäßigkeit und der Konformität mit dem europäischen Recht rechtlich geprüft werden. Die Gründung einer Gesellschaft zur Veranstaltung einer eigenen Wette soll vorangetrieben werden. Wie beide Organisationen angeben, bedauern sie diese Entwicklung, hätten aber keine andere Wahl angesichts der „Einseitigkeit und Kompromisslosigkeit des Ministerpräsidenten-Beschlusses“. Die Werbung für Sportwetten auf allen Ebenen zu verbieten, zugleich aber Werbemöglichkeiten für andere Wettarten mit ungleich höherer Suchtgefahr, wie z.B. Spielbanken und Lotto zuzulassen, ist nach den Worten von DFB und Ligaverband „pure Heuchelei“. [sch]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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