Digitale Dividende 2: Mobilfunk hält sich zurück

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Auch wenn die Mobilfunker die Entscheidung der World Radiocommunication 2012 (WRC-12), das 700-MHz-Band zu öffnen, begrüßen, halten sie sich mit Forderungen hinsichtlich einer Zuweisung zu ihren Gunsten zurück.

Sowohl die Deutsche Telekom als auch Vodafone begrüßen den WRC-12-Beschluss zur Digitalen Dividende 2. „Die Festlegungen im Rahmen der diesjährigen Weltfunkkonferenz ermöglichen es den einzelnen Nationalstaaten auch in Zukunft flexibel auf den tatsächlichen Frequenzbedarf im Markt zu reagieren und gegebenenfalls weiteres Frequenzspektrum für den Mobilfunk zur Verfügung zu stellen“, erklärt Vodafone-Justiziarin Isabel Tilly gegenüber dem DF-Schwestermagazin DIGITAL INSIDER. Mit Forderungen, die Frequenzen zwischen 694 und 790 MHz dem Mobilfunk zuzuweisen, halten sich Telekom und Vodafone aber zurück. „Die Entwicklung der nächsten Jahre wird zeigen, wie sich die tatsächlichen Bedarfe von Rundfunk und Mobilfunk entwickeln“, so Tilly weiter.

Karl Heinz Laudan, Vice President Spectrum Policy bei der Telekom, weist darauf hin, dass es noch etliche Zeit dauern wird, bis es zu einer Entscheidung über das 700-MHz-Band kommt. „Der angesprochene Zeitpunkt 2015 scheint aus europäischer Sicht eher unrealistisch, da zwischen der Zuweisung und der letztendlichen Vergabe ein gewisser Zeitraum zum Beispiel für die Änderung des Frequenznutzungsplanes, die Definition des Vergabeprozesses oder der Festlegung der technischen Nutzungsbedingungen notwendig ist“, so Laudan gegenüber DIGITAL INSIDER. Von einer neuen Frequenzversteigerung will weder Laudan noch Tilly sprechen.

Trotz der zurückhaltenden Äußerungen lassen die Mobilfunker keinen Zweifel daran, dass es weiteren Frequenzbedarf gibt. „Zusätzlicher Frequenzbedarf ergibt sich insbesondere dann, wenn die Anzahl der Kunden nach Erreichen einer bestimmten Auslastung weiter stark steigt“, so Tilly. Laudan führt das Ziel der Digitalen Agenda der EU an, bis 2020 jeden EU-Bürger mit einer Bandbreite von mindestens 30 MBit/s versorgen zu wollen. „Für die Erreichung dieses Zieles ist der Mobilfunk eine entscheidende Komponente“, so Laudan. Auch wenn der Entscheidungsprozess zur zukünftigen Verwendung des 700-MHz-Bandes erst am Anfang steht, sind die Begehrlichkeiten groß.

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[mh]

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