„Digitales Utopia“: VPRT kritisiert digitale Strategie von ARD

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Berlin/Saarbrücken – Die ARD hat in dieser Woche ihr Strategiepapier „Die ARD in der digitalen Medienwelt“ festgeklopft. Allerdings bringt das Vorhaben nicht nur Begeisterung an den Tag.

Die Zukunft liegt in der Digitalisierung, daran kommen auch Fernsehsender nicht vorbei. Um eigene Angebote an der Nachfrage der Kunden auszurichten, scheint es erforderlich, Informationen qualitativ und quantitativ über verschiedene Ebene zu verbreiten. Die ARD will dieses Anliegen breit angelegt realisieren: Das betrifft zum einen die Schärfung der zur Rundfunkanstalt gehörenden digitalen Sparten, zum anderen Angebote, die über zusätzliche Plattformen – etwa im Internet – verbreitet werden, und nicht zuletzt die Einführung von HDTV.

Das Erste Deutsche Fernsehen will dazu unter anderem auf Nachrichten per Handy setzen und ein Video- und Audioportal auf der eigenen Internetseite etablieren, das kostenlos genutzt werden kann. Den nun aktiv geplanten Vorstoß in die digitale Welt kritisiert der Vorsitzende des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien, Jürgen Doetz als „digitales Utopia“ und „vollkommenen Realitätsverlust der Intendanten“.
 
Nicht vertretbar sei das Vorhaben in dem Kontext des mit der EU-Kommission geschlossenen Kompromisses zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender. Für „völlig absurd“ hält der VPRT Vorstand die Äußerung des ARD-Vorsitzenden Fritz Raff. Dieser hatte am Dienstag erklärt: „Die Rundfunkgebühr wird in der digitalen Medienwelt zur Content-Flatrate für Qualitätsinhalte.“ Dies fasst Doetz als „vollkommene Wettbewerbsausrichtung der Öffentlich-Rechtlichen gegenüber den privaten Medien“ auf.
 
Ein großes Manko sieht der Verband zudem in fehlenden rechtlichen Vorgaben. Bisher gebe es keine Grundlagen, anhand derer der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine über das Fernsehen hinaus gehenden Angebote ausbauen und entwickeln dürfe. Zunächst müsse der geplante „Public Value Test“, dem neue Angebote der Öffentlich-Rechtlichen künftig unterzogen werden sollen, präzise gestaltet und im Rundfunkstaatsvertrag festgeschrieben werden. [ft]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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