Digitalisierung: BBC will Gebühren erhöhen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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London – Großbritanniens öffentlich-rechtlicher Sender BBC stellte bereits im Oktober 2005 einen Finanzierungsplan für seine digitale Zukunft vor, der unter anderem eine Erhöhung der Gebühren seitens der Zuschauer vorsieht.

Im Zuge der digitalen Umstellung sollen so für die Gebührenzahler über die digitale Infrastruktur für TV und Radio sämtliche BBC-Dienste verfügbar gemacht werden.

Nicht nur herkömmliches Fernsehen und Radio, sondern auch als Mobilfernsehen und IPTV soll gesendet werden. Das Archiv der BBC soll für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und in Investitionen in HDTV (High Definition-Fernsehen) geleistet werden. All dies soll für alle und nicht nur für Pay-TV-Abonnenten verfügbar sein, so die BBC in ihrer Darstellung.
 
Dafür schlug die BBC eine Anhebung der Gebühren ab April 2007 vor, die jährlich um 2,3 Prozent zunimmt. Dies wird sich im Jahr 2013 auf 150,50 Pfund (ca. 218,64 Euro) jährlich pro Haushalt belaufen, während es 2005 noch 126,50 Pfund (ca. 183,77 Euro) gewesen sind. Der durchschnittliche Aufschlag betrage jährlich 3,14 Pfund (ca. 4,56 Euro), rechnet die BBC weiter, während die Gebühr im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen noch immer abnehme. Dabei trage die BBC mehr als 70 Prozent der Kosten (5,5 Milliarden Pfund/ca. 8 Milliarden Euro bis 2013) selbst. Zu diesem Zweck sollen intern Rationalisierungsmaßnahmen durchgeführt und Arbeitsplätze eingespart werden.
 
Die Konkurrenz sieht die Pläne der BBC als zu kühn an, so der Media Guardian am Montag. Die Gewerkschaften bemängeln den Arbeitsplatzabbau. Doch Mark Thompson, der Geschäftsführer der BBC, warnt vor Zuschauerverlusten besonders unter den jüngeren Zielgruppen. Ohne Veränderung würde die digitale Welle den öffentlich-rechtlichen Rundfunk einfach wegschwemmen, meint er. Die Programme müssten überall, jederzeit an jedem Ort verfügbar sein, betont Thompson und nennt dieses Konzept „Martini Media“.
 
Der Chef des britischen Privatsenders ITV Charles Allen bezeichnet die Aufrechnung der BBC als Milchmädchenrechnung und fürchtet eine so starke Wettbewerbungsverzerrung, dass kommerzielle Fernsehsender künftig nicht mehr mithalten können. Die kritischen Stimmen der Konkurrenz werden in Protestschreie übergehen, sollte Kulturministerin Tessa Jowell der Erhöhung im vollen Ausmaß zustimmen, so das Blatt weiter. Dies sei zwar unwahrscheinlich, aber genau werde man es erst Ende des Jahres wissen, wenn die Entscheidung fällt.
 [sch]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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