Digitalradio: Verbraucherzentrale NRW rät von DAB Plus ab

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat Radiohörern von der Anschaffung eines digitalen Radios abgeraten. In einem Interview empfahl Rolf Dahlmann von der Verbraucherzentrale, lieber weiter auf das analoge UKW-Radio zu setzen.

Soll das Radio weiter ein analoges Medium bleiben? Wenn es nach der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen geht, dann anscheinend schon: In der Sendung „Funkhaus Wallrafplatz“ auf dem Radiosender WDR 5 hat sich Rolf Dahlmann, Referent für Digitale Medien der Verbraucherzentrale NRW, am Samstag gegen Digitalradios mit DAB Plus ausgesprochen. So empfahl er den Hörern der Sendung, sich kein Digitalradio anzuschaffen – die neuen Radios seien nur etwas für technik-interessierte Personen und bringe dem Hörer trotz hoher Anschaffungskosten keinen Mehrwert.

Auch wegen des schlechten Stands des Netz-Ausbaus und Sender-Angebots sei die Weiternutzung der analogen UKW-Radios sinnvoller, so Dahlmann im WDR 5. In NRW scheint DAB Plus allgemein ein unbeliebter Neuling zu sein, denn nicht nur die Verbraucherzentrale steht dem digitalen Standard für Radio mehr als kritisch gegenüber. Auch die Landesanstalt für neue Medien in Nordrhein-Westfalen (LfM) scheint seit längerem eine Verzögerungstaktik in Sachen DAB Plus zu verfolgen, wie Kritiker meinen. Erst kürzlich wurde die Lizenzierung von DAB Plus durch die Anstalt ohne die Bekanntgabe konkreter Gründe verschoben (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete).
 
Während das neue Digitalradio in NRW also immer noch mit zahlreichen Widerständen zu kämpfen hat, ist der Ausbau der DAB-Plus-Netze in anderen Bundesländern schon deutlich weiter vorrangeschritten. Auch bei der Geräteausstattung konnten innerhalb des ersten Jahres im neuen Digitalradiostandard bereits deutliche Fortschritte erzielt werden, wie unter anderem im Juli auf dem Forum „Digitalradio 2012 auf +Kurs“ der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) von Branchenvertretern konstatiert worden war. So würden in Bayern bereits 7,7 Prozent aller Radiohörer ab zehn Jahren über DAB-Plus-Empfangsgeräte verfügen. [hjv]

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111 Kommentare im Forum

  1. AW: Digitalradio: Verbraucherzentrale NRW rät von DAB Plus ab Was für ein gequirlter Mist! Habe mir schon mittlerweile das zweite DAB+ fähige Radio angeschafft und es war überhaupt keine Fehlinvestition! Natürlich höre ich aber auch die Sender, die ich jetzt zusätzlich empfangen kann, wie 1LIVE diggi und sunshine live. Vorher ging das nur per Internet-Stream. Die Qualität ist auch erste Sahne. Klar, SWR3 kommt hier in Köln mit der Scheibenantenne (noch) nicht an, aber ansonsten empfange ich mehr in besserer Qualität. Warum dann weiter auf analog setzen?!?
  2. AW: Digitalradio: Verbraucherzentrale NRW rät von DAB Plus ab tja..war klar.... wer nicht dran verdient, empfiehlt es auch nicht... die verbraucherzentralen standen und stehen hd+ auch kritisch gegenüber. wetten dass die vprt bald ihre üblichen rülper dazu abgeben wird?
  3. AW: Digitalradio: Verbraucherzentrale NRW rät von DAB Plus ab Schön, dass die Verbraucherschützer ihre Rolle ernst nehmen und die Verbraucher vor dem Kauf unnützen Elektroschrotts schützen. In der Vergangenheit haben viel zu viele Verbraucher Geld in vermeintliche Zukunftstechniken versenkt (DSR, D2Mac, DAB alt...). Das Radio wird digital: DVB-S, WLAN Radios, diverse Radio-Apps. Damit gibt es wirkliche Vielfalt. Natürlich jammern jetzt einige Terrestrik-Freaks sowie Media Broadcast Mitarbeiter etc. Wenn sich jemand heutzutage noch ein Radiogerät kauft (was immer weniger tun, da das Smartphones alles ersetzen kann), kann es nicht schaden, wenn das Gerät neben WLAN auch UKW und DAB+ beherrscht. Das ist aber auch schon alles. Wenn die DAB Lobby schon gewisse "Fachpresse" in der Hand hat, ist es schön, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk oder die Verbraucherzentralen objektiv informieren. Dem ist nichts hinzuzufügen!
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