Döpfner: Werbefinanzierte Inhalte nicht zukunftsfähig

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Erlösmodelle von Verlagen, die nur auf Werbung basieren, gehören nach Ansicht des Präsidenten des Zeitungsverlegerverbands BDZV, Mathias Döpfner, der Vergangenheit an – die Zukunft liege in digitale Bezahlmodellen und Abonnements.

„Die Ära, in der man glaubt, dass Qualitätsjournalismus nur durch Werbeerlöse finanziert werden kann, die ist endgültig zu Ende“, sagte er in einem am Mittwoch beim Verleger-Digitalkongress „beBeta“ ausgestrahlten Videoclip. „Das hat sich nun über lange Zeit bewiesen, dass das kaum tragfähig ist.“

Die große Zukunft liege in Bezahl-Inhalten und digitalen Abonnements. „Weil immer mehr Menschen realisieren, wie wichtig eine vertrauensvolle, der Wahrheit verpflichtete Absenderschaft ist und wie gerne man dann auch dafür Geld auszugeben bereit ist. Da hat sich wirklich ein Mentalitätswandel abgezeichnet“, sagte Döpfner, der auch Vorstandsvorsitzender des Medienkonzerns Axel Springer („Bild“, „Welt“) ist. Das habe mit den Bemühungen der Verlage zu tun, zudem mit der Bezahl-Inhalte-Strategie von Apple oder mit Netflix. Es sei sehr viel passiert, was weltweit das Bezahlen für Qualitätsinhalte selbstverständlicher mache.

In der Corona-Krise verzeichnen Medienhäuser hierzulande zum Teil heftige Rückgänge bei Anzeigenerlösen, weil es mit den Kontaktbeschränkungen viele Stornierungen gab. Projekte wurden auch nach hinten verschoben.

Mittelfristig sieht Döpfner ein Modell aus zwei Säulen. Auf der einen Seite eine „hoffentlich standfeste Säule digitaler Werbung“ und auf der anderen Seite eine erst am Anfang befindliche und immer größer werdende Säule Vertriebserlöse.

Döpfner sagte an anderer Stelle in dem Videoclip auch, dass der Begriff „digitale Transformation“ zu stark impliziere, dass man noch etwas vor sich habe. Dabei müsse man eigentlich schon mittendrin oder in einem sehr fortgeschrittenen Stadium sein. „Für mich ist es gar nicht mehr so sehr ein Vorhaben, sondern es ist Realität.“ Bei Axel Springer sei der Begriff „digitale Transformation“ auch verboten, sagte der Springer-Chef.

Mit Blick auf die Situation der Verlage in der Coronavirus-Krise betonte der BDZV-Präsident, dass es bei digitalen Angeboten eine positive Entwicklung gebe. Zugleich sei die Krise in Summe für die Verlage wirtschaftlich eine große Herausforderung. „Eine große Krise, die sicherlich den Strukturwandel massiv beschleunigt und es manchen Verlagen möglicherweise auch verwehrt, tatsächlich noch Anschluss ans digitale Zukunftsgeschäft zu finden.“

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7 Kommentare im Forum

  1. Dafür gibts aber etliche Zeitungen und Zeitschriften die nur mit Werbung funktionieren. Als Abo würden die sicher längst Pleite sein.
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