E-Plus-Übernahme: Telefonica stellt sich EU-Kommission

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Telefonica ist offenbar bereit, sich hinsichtlich der geplanten Übernahme von E-Plus dem kritischen Blick der EU-Kommission zu stellen. Der Telekommunikationsanbieter hat die Fusion nun offiziell in Brüssel angemeldet.

Nachdem Telefonica seine Absicht, den Mobilfunkanbieter E-Plus zu schlucken, bereits im Sommer bekundet hat, will der Konzern nun offenbar Nägel mit Köpfen machen. Der Weg führt dabei nach Brüssel, denn die EU-Kommission muss den geplanten Zusammenschluss erst noch abnicken. Damit dies geschehen kann, hat Telefonica nun vor wenigen Tagen offiziell die Übernahme von E-Plus bei der EU angemeldet. Angesichts der schieren Größe des Geschäfts, dessen Volumen etwa bei 8,5 Milliarden Euro liegt, muss Telefonica dabei über die EU-Komission gehen.

Ob der Fall am Ende auch tatsächlich von der EU geprüft wird, steht bisher noch nicht fest. Denn noch hat das Bundeskartellamt die Möglichkeit, den Fall nach Bonn zu holen. Dafür müsste ein entsprechender Antrag bei der Kommission gestellt werden. Die Bonner Behörde hat auf jeden Fall großes Interesse an der Übernahme, wie Kartellamts-Präsident Andreas Mundt bereits im August erklärte. Sollte Telefonica die Übernahme tatsächlich beantragen, „gehört der Fall aus unserer Sicht eindeutig nach Bonn„, so Mundt damals.
 
Da sich die Fusion praktisch nur auf den deutschen Markt auswirken würde, will die Behörde die kartellrechtliche Prüfung selbst übernehmen. Ob das Kartellamt seine Ankündigung nun wahr macht und zumindest versucht, die Fusion nach Bonn zu holen, ist bisher nicht bekannt. Selbst wenn ein entsprechender Antrag gestellt wird, muss die EU-Kommission dem nicht zustimmen. Die Aussichten dafür sehen scheinbar aber ohnehin nicht sonderlich gut: EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hatte bereits angekündigt, dass der Fall wegen der Bedeutung der betroffenen Unternehmen nach Brüssel gehöre.
 
Sollte Telefonica/O2 den Konkurrenten tatsächlich schlucken, würde es in Deutschland künftig nur noch drei statt den bisher vier Mobilfunkanbietern geben. Es ist zu erwarten, dass sich der Wettbewerb auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt in den nächsten Jahren deutlich verschärfen wird, wenn künftig tatsächlich nur noch drei Anbieter auf selbigem agieren. O2 würde nach der Übernahme von E-Plus auf Augenhöhe mit der Deutschen Telekom stehen. Der aktuell zweitgrößte Anbieter Vodafone baut seine Position mit der Übernahme von Kabel Deutschland ebenfalls deutlich aus.
 
Daher haben die Kartellwächter auch große Bedenken, was die E-Plus-Fusion angeht. Es liege auf der Hand, dass ein solcher Zusammenschluss „erhebliche Folgen für den Wettbewerb“ habe, so Mundt. Daher müsse der Fall auch in all seinen Facetten ganz genau geprüft werden.
 
Die erste Phase der EU-Prüfung dauert noch bis zum 6. Dezember. Danach würde eine tiefere Prüfung des Falls folgen, ehe die Kommission ein endgültiges Urteil abgibt. Telefonica will die Übernahme laut Plan bis Mitte 2014 abgeschlossen haben. [fm]

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