Engpässe nach Japan-Katastrophe – aber keine Preiserhöhungen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die Tsunami-Katastrophe und der Ausfall von Fukushima haben die japanische Wirtschaft schwer getroffen. Die Hersteller von elektronischen Bauteilen kommen mit ihren Lieferungen nicht nach. Auch Sony verzeichnet Engpässe.

Fünf Wochen nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in Japan werden die Folgen auch für die Wirtschaft in Deutschland spürbar. Jedes sechste Unternehmen der IT-Branche habe Lieferengpässe registriert, teilte der Hightech-Verband Bitkom aufgrund einer aktuelle Umfrage am Montag in Berlin mit. Und jedes fünfte erwarte, dass es zu Engpässen kommen wird. „Es ist nicht auszuschließen, dass sich das Problem weiter verschärft“, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer.

Es gebe Anzeichen, dass große Unternehmen etwa in der Automobilindustrie damit begonnen hätten, ihre bisherige Beschaffungspolitik bei Chips und anderen Komponenten zu überdenken, erklärte der Branchenexperte. „Einige Unternehmen spüren schon leichte Preissteigerungen bei Bauteilen, aber die sind im einstelligen Bereich.“ Im Einzelhandel sei wegen des hohen Wettbewerbsdrucks bei Handys, Computern und Geräten der Unterhaltungselektronik nicht mit wesentlichen Preissteigerungen zu rechnen.

Allerdings könnte es merkliche Einschränkungen im Sortiment geben. So drohen hochwertige Spiegelreflexkameras und Objektive aus Japan im Fachhandel knapp zu werden. Bei diesen Produkten gebe es Lieferengpässe in Folge der Produktionsausfälle in Japan, erklärte der Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT) in Köln auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Die Händler verfügten jedoch über gut gefüllte Regale, so dass die Lieferengpässe noch nicht für den Verbraucher zu spüren seien. Bei einzelnen Kameras, Camcordern und Computern rechnet auch der Chef des Elektronikhändlers EP, Jörg Ehmer, mit Engpässen. Der Elektronik-Einkaufsverbund Euronics bereite sich auf Auswirkung und Umsatzeinbußen bis zum Jahresende vor, sagte ein Sprecher in Ditzingen.

Der Elektronikkonzern Sony musste wegen des Bebens mehrere Fabriken stilllegen (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Wegen der anhaltenden Probleme mit der Energieversorgung plant das Unternehmen im Sommer Produktionsunterbrechungen. Bislang könne man auf „umfangreiche Lagerbestände“ zugreifen, sagte eine Sony-Sprecherin der „Financial Times Deutschland“. Potenzielle Lieferengpässe gebe es wegen der Versorgung mit Rohstoffen und Komponenten. Die langfristigen Auswirkungen seien momentan nicht absehbar.

Auf längere Wartezeiten müssten sich Käufer japanischer Autos einstellen. Ein Sprecher von Nissan sagte, ab Ende Mai werde es „sicherlich Auswirkungen geben“. Auch bei Toyota müssen Kunden, die in Deutschland einen Neuwagen bestellen, mit Verzögerungen rechnen. Wegen fehlender Zuliefererteile hatte Toyota auch die Produktion in den USA und in Europa gedrosselt. „Aktuell gibt es keine Auswirkungen auf die Produktion“, berichtete dagegen ein VW-Konzernsprecher in Wolfsburg. „Stand heute ist aber: Die Produktion läuft in allen Werken ohne Einschränkung“, sagte auch ein Opel-Vertreter in Rüsselsheim. [dpa/ar]

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