Erdogan im Schmähgedicht-Skandal: Keine Gnade für Böhmermann

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Für einen Moment sah es so aus, als könnte der Schmähgedicht-Skandal rund um Jan Böhmermann zu Ende sein. Präsident Erdogan kündigte an, alle Klagen wegen Beleidigung zurückzuziehen. Doch das gilt nicht für Böhmermann.

Die Welle, die Jan Böhmermann im Frühjahr mit seinem Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ausgelöst hat, ist immer noch nicht verebbt. Der öffentliche Aufruhr ist zwar verklungen, doch vor Gericht werden nach wie vor die Konsequenzen für den Satiriker ausgefochten, denn Erdogan hat nach der Veröffentlichung des Gedichts Klage gegen Böhmermann eingereicht.

Am Freitag schien es nun so, als könnte das Kapitel doch überraschend vorzeitig geschlossen werden – zu Gunsten Böhmermanns. Denn Erdogan teilte am Freitag mit, er wolle alle Anzeigen, die er wegen Beleidigung seiner Person eingereicht habe, zurückziehen. Das gelte aber nicht für den Satiriker: „Die Ankündigung bezieht sich nur auf die Türkei. In Deutschland ändert sich vorerst nichts“, erklärte der Medienanwalt Ralf Höcker, der den türkischen Politiker schon mehrfach vertreten hat.
 
Damit bleibt der Rechtsstreit zwischen Erdogan und Böhmermann weiter bestehen. Das Ende März im „Neo Magazin Royale“ verlesene Gedicht warf Erdogan unter anderem Sodomie und einen Hang zu Kinderpornografie vor und bediente sich einer ganzen Menge von Klischees gegenüber Türken. Erdogan hatte daraufhin Klage eingereicht und damit hierzulande eine Debatte entfacht, was Satire in Deutschland darf und was nicht. Angesichts der damals laufenden Verhandlungen zum Flüchtlingsabkommen ist der Skandal schließlich auch zum Politikum geworden. [fs]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

47 Kommentare im Forum

  1. Gähn, kommt doch eh nix bei raus. Oder glaubt da wirklich jemand, dass der Böhmermann in D verknackt wird? Kleine Geldstrafe (wenn überhaupt) und gut is. Meine Meinung: Freispruch - alles reine Satire.
  2. Und ich dachte schon Freitags beim Ein-trudeln der Focus Meldung, Oink Oink würde sich mal als gnädiger Herrscher zeigen. DENKSTE! Daher nur noch der Spruch des Tages: Türken die Erdogan verehren gehören nicht zu Deutschland, und sollten sich dahin scheren, wo die Döner wachsen.
  3. Er kann es auch schwer umsetzen (Begnadigung von ausländischen Kritikern). Im Ausland hat er nicht soviel Macht wie daheim. Aber was Frau Merkel zum Beispiel machen könnte, den Majestätsbeleidigungsparagraphen im Strafgesetzbuch abschaffen und nicht erst 2018...Warum eigentlich 2018? Aber das weißt Frau Merkel wohl nur selbst (oder auch nicht).
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