Frauen auf Chefposten sind im Rundfunk noch eine Minderheit

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Im Rundfunkjournalismus sind Frauen längst nichts Ungewöhnliches mehr, aber in den Chefetagen haben meist Männer das Sagen.

Das ist das Ergebnis der neuen „Studie zur Geschlechterverteilung in journalistischen Führungspositionen“ des Vereins ProQuote. Bei den Rundfunksendern sei etwa die Hälfte der Belegschaft weiblich, beim journalistischen Nachwuchs seien Frauen sogar deutlich in der Mehrheit, heißt es in der Studie, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Dagegen sei ihr Anteil in den oberen Führungsetagen und in herausragenden journalistischen Positionen mit Abstand niedriger.

Bei den meisten öffentlich-rechtlichen Sendern beträgt der Anteil von Frauen in Führungspositionen in den für die Studie untersuchten Bereichen zwischen 30 und 40 Prozent. Branchenübergreifend liegt der Wert in Deutschland bei 29,2 Prozent – den Vergleich müsse der öffentlich-rechtliche Rundfunk daher nicht scheuen. Aber in der Studie heißt es auch: „Gerade in den höchsten Positionen mit großer Außenwirkung sind Frauen noch stark unterrepräsentiert.“ Das gilt insbesondere für die Senderspitze: „Von den zwölf Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind nur zwei weiblich.“ Vergleichbare Daten von den privaten Rundfunksendern bietet die Studie nicht. [dpa]

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3 Kommentare im Forum

  1. "Von den zwölf Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind nur zwei weiblich." Das sind MDR und RBB. Beim MDR ist der Hörfunk seit Anbeginn lausig und einer öffentlich-rechtlichen Anstalt unwürdig (MDR Life, MDR Jump, MDR Sputnik mit Ausnahme der Jahre 2006-2010, dazu der Niedergang der einst bunten, vielfältigen Landesprogramme und ein eher verdudeltes "Kultur"radio). Lange Zeit war der Intendant männlich, aber der Posten des Hörfunkdirektors war lange Zeit weiblich besetzt und ist es derzeit auch wieder/noch. Hat weibliches Führungspersonal hier irgendwelche Vorteile gebracht? Nö. Ich halte es persönlich in diesem Fall wie in allen anderen Quoten-Fällen: die besser geeigneten Kandidaten bitte und nicht die, die irgendwelchen politischen Korrektheiten genügen. Im Falle von Intendanten und Programmdirektoren öffentlich-rechtlicher Anstalten sähe ich lieber Künstler oder Germanisten als Juristen auf dem Posten. Radio hat, wenn es richtig gemacht wird, eine Seele. Die konnte ich beim MDR nie erkennen.
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