FRK plant rechtliche Schritte gegen Arena

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Lauchhammer – Nach Ansicht von Vorstandssprecher Heinz-Peter Labonte sind die von Arena vorgelegten Verträge für die Ausstrahlung der Fußball-Bundesliga durch unabhängige Kabelnetzbetreiber „Wettbewerbsbehinderung pur“.

Im Interesse seiner rund 12 Millionen Kabelkunden der unabhängigen Kabelnetzbetreiber will der Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK) nun kartellrechtlich gegen den Sportrechte-Inhaber vorgehen.

Zudem habe er beantragt, in die Ermittlungen des Kartellamts in Sachen Premiere/Arena einbezogen zu werden. Der Verband habe „einige erhellende Fakten“ in dieses Verfahren einzubringen, erklärte Labonte. Nach Ansicht des Verbandes führen die von Arena geforderten Garantiezahlungen für die Bundesliga-Übertragungen zu einer Erhöhung der Kabelfernsehkosten. Dass sich Arena-Geschäftsführer Christoph Bellmer weigere, mit den Kabelbetreibern und dem FRK über eine Weiterverbreitung der Bundesliga-Übertragungen zu verhandeln, sieht Labonte als „wettbewerbswidriges Verhalten“.
 
Außerdem fürchtet der FRK, dass Arena TV durch eine fünfprozentige Abnahme- bzw. Zahlungsgarantie das unternehmerische Risiko und die eigenen Investitionen in die teuren Bundesligarechte auf die unabhängigen Kabelbetreiber abwälzen wolle. Ein Kabelnetzbetreiber müsste ab August von der tatsächlichen späteren Abonnentenzahl für die Fußball-Bundesliga-Übertragungen für 1,5 Prozent seiner eigenen Kabelkunden monatlich je Haushalt 12,50 Euro an den Arena-Vertragspartner Kabelkiosk, einer Tochter des Satellitenbetreibers Eutelsat, zahlen und ab November 2006 fünf Prozent, rechnet der FRK vor. Dies bedeute bei einem Kundenpotential von 10 000 Haushalten je Kopfstelle jährliche Kosten von 45 000 Euro, unabhängig davon, wie viele Haushalte das Arena-Programm tatsächlich abonnieren. Erfahrungsgemäß würden aber in den ersten drei Jahren eines neuen TV-Produkts nur rund 2 bis 2,5 Prozent der Kabelkunden dieses abonnieren.
 
Diesen Abgaben an Arena von 45 000 Euro stünden lediglich Erlöse der Kabelbetreiber von 15 516 Euro jährlich gegenüber, schließt Labonte. Die Umsatzbeteiligung betrage hingegen rund 612 Euro pro Jahr, wovon alle Kosten, wie beispielsweise für Technik, Vertrieb, Boxen etc., gedeckt werden müssten.
 
Den unabhängigen Kabelnetzbetreibern stehe aber von Arena keine Alternative zu der „Zwangsabnahme“ zur Verfügung. Daher fehlten die geforderten Gelder bei der Netzaufrüstung für Telefonie und Internet, um im Wettbewerb mit Kabel Deutschland, Unity Media und den DSL-Angeboten der Deutschen Telekom Erfolg zu haben. Zusätzlich würden die Absprachen von ProSiebenSat.1 und RTL mit Kabel Deutschland sowie Unity Media und Kabel Baden-Württemberg über die verschlüsselte digitale Programmverbreitung, die zu einer „Programmverknappung und Kartellierung“ gegenüber den unabhängigen Kabelbetreibern führe. Dies könne nicht hingenommnen werden, so Labonte. [sch]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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