Gefährdert Werbereduzierung die Gattung Radio?

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die geplante Werbereduzierung im Radio des Westdeutschen Rundfunks (WDR) lässt bei den Verantwortlichen die Alarmglocken klingeln. Die ARD-Werbung Sales & Service wirft der Politik Unkenntnis und Gefährdung des Radios vor.

Nicht nur beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) sorgt die geplante Werbereduzierung, die am Mittwoch im Landtag von Nordrhein-Westfalen beschlossen werden soll, für Sorgenfalten. Auch die Werbewirtschaft ist über diesen Schritt schockiert und sieht das Medium Radio in großer Gefahr.

Die Plan der Landtagsfraktionen von SPD und Grünen sieht vor, bis zum Jahr 2019 die Radiowerbung von aktuell 90 Minuten auf drei werbeführenden Wellen auf dann 60 Minuten auf einer Welle zu reduzieren. Damit würde Nordrhein-Westfalen einen Alleingang starten, war doch bei der Diskussion um die Mischfinanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender zunächst geplant, die endgültige Validierung des Rundfunkbeitrags und den Bericht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) abzuwarten.
 
Nun befürchtet die ARD-Werbung Sales & Service (AS&S) eine nachhaltige Schädigung des Radios gegenüber den Internetkonzernen. So erweist der Beschluss laut Elke Schneiderbanger, Geschäftsführerin des Werbe-Vermarkters, „der gesamten Radiogattung, auch den privaten Radiosendern, einen Bärendienst. In einem Jahr, in dem Radio im harten Wettbewerb mit den anderen Mediengattungen nur mit zurückhaltenden Erlöserwartungen operiert, den Werbekunden massiv essentielle Werbeflächen zu entziehen, offenbart eine gefährliche Unkenntnis des Marktes.“
 
Durch die Reduzierung frei werdenden Budgets würde entweder eingespart oder in Google investiert. Allgemein gefährde dieser Beschluss die Wettbewerbsfähigkeit des Radios, so Oliver Adrian, Geschäftsführer AS&S Radio. „Bereits jetzt unterliegen die Vermarktungsvorgaben für den ARD-Hörfunk strengen Grenzen und behindern die Radiowerbung im intermedialen Wettbewerb, ihre ureigenen Stärken auch auszuspielen. Weitere Werbezeitenbeschränkungen sind da Gift und beschädigen nicht zuletzt den Wirtschaftsstandort Deutschland.“[buhl]

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11 Kommentare im Forum

  1. Blödsinn, die meisten Kulturwellen der ÖR werden sowieso nicht durch Werbung bzw. jetzt schon mit wenig Werbung finanziert. Dafür gibt es ja die Rundfunkgebühren. Und die Wellen die zum größtenteil durch Werbung und Gebühren finanziert werden, hören sich jetzt schon billig an. Übrigens beim NDR wird nur NDR2 zusätzlich durch Werbung finanziert, und die anderen NDR Stationen gibt es immer noch. Und was die Werbewirtschaft angeht. Es gibt doch genug Kommerzsender auf denen geworben werden kann.
  2. Da Problem ist, dass die Herstellung eines Radiowerbespots schon Geld kostet. Die ARD hat einen Marktanteil von über 50 %. Anders als beim Fernsehen, gibt es viele treue Hörer eines Senders, sprich, wenn sie zB vor allem WDR2 hören, sind sie für den Hörfunkwerbemarkt verloren. Die kann man dann auch nicht über Radio NRW erreichen. Passiert dies, wird im Werbemix Radio eine geringere Rolle spielen und der Spot erst gar nicht mehr produziert, da man bestimmte Zielgruppen gar nicht mehr erreicht. Dann gibt es auch den parallelen Spot auf Radio NRW nicht mehr.
  3. Naja das scheint ja hier ein "NRW spezielles Problem" zu sein. In anderen Bundesländern würden sich die privaten Radioveranstalter freuen, wenn den ö.r. Anstalten Radiowerbung untersagt, bzw. jene eingeschränkt würde. Ich glaube deren Lobbyistenverband "trommelte" auch schon mal in diese Richtung, mit dem üblichen "Geblöke" Schließlich gibt es in anderen Bundesländern mehr private Radiosender als in NRW.
  4. Wie lässt sich soetwas wie "ARD-Werbung Sales & Service (AS&S)" überhaupt mit angeblich unabhängigen und beitragsfinanziertem ÖRR vereinbaren?
  5. auf den ör tv wie radio sendern hat es keine werbung zu geben, punkt kommen die mit gez nicht aus, schliessen, punkt werbeeinnahmen sind der gez gegen zu rechnen, punkt, muss jeder hartz4ler auch, sprich senkung gez die privaten müssen mit dem klarkommen, was sie verdienen, nicht wie die ör, was sie ergaunern
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