Hans Meiser zu #Verafake: RTL zog falsche Konsequenzen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Nachdem schon Ex-RTL-Chef Helmut Thoma Jan Böhmermanns #Verafake kommentiert hat, meldet sich nun auch der ehemalige RTL Moderator Hans Meiser zu den Vorgängen um „Schwiegertochter gesucht“ zu Wort. Er glaubt, RTL habe die falschen Konsequenzen gezogen.

Mit #Verafake enthüllte ZDF-Moderator Jan Böhmermann die fragwürdigen Praktiken der RTL-Reality-Sendung „Schwiegertochter gesucht“ und traf damit ins Schwarze: Der Privatsender räumte daraufhin Fehler bei der Produktion der Reality-Formats ein und tauschte das verantwortliche Team aus. Beim Schwestersender RTL2 nahm man die Produktionen „Der große IQ-Test“ und „Der große Musik-Test“ aus dem Programm. Nachdem sich der ehemalige RTL-Chef Helmut Thoma zu Wort gemeldete hat und das Vorgehen bei „Schwiegertochter“ gesucht als gängige Praxis im TV-Geschäft bezeichnet hat, legt nun der ehemalige RTL-Moderator Hans Meiser nach.

Meiser als Mann der ersten Stunde bei dem Privatsender erklärt im Gespräch mit Focus Online, dass ein solcher Fehler, wie er dem „Schwiegertochter gesucht“-Team unterlief, jeder Redaktion hätte passieren können. Böhmermann hat zwei Schauspieler als Kandidat und dessen Vater in die Sendung eingeschleust, von denen die zuständigen Redakteure nicht einmal die Ausweise sehen wollten.
 
Manipulationen sieht er im TV-Geschäft allerdings schon gegeben. „Das ganze Fernsehprogramm ist ein Spiel“, so Meiser gegenüber Focus Online. So würden die Sender bewusst inszenieren und auch schummeln: „Ich glaube schon, dass teilweise bewusst nachlässig gearbeitet und gesagt wird ‚Formulier das doch ein bisschen anders und dann kriegen wir das hin'“, sagte der 69-Jährige dem Onlinemagazin. Gerade bei Streitszenen wie bei „Germany’s Next Topmodel“ würde der Sender nachhelfen und bewusst Salz in die Wunde streuen. Los ginge es mit der bewussten Inszenierung bereits bei der Kandidatenauswahl. „Heute werden bei gewissen Sendungen nur Leute mit vermeintlichen Macken genommen, weil die Sender denken, damit Quote generieren zu können“, hält der ehemalige RTL-Moderator fest.
 
Die Schuld an der Entwicklung, die das Fernsehen in den letzten Jahren genommen hat, gibt Meiser, der mit seiner Nachmittags-Talkshow „Hans Meiser“ bei RTL der Vorreiter der nachmitttäglichen Talk-Shows gewesen war, dem Zeit- und Quotendruck, worunter vor allem die Qualität leidet. Allerdings weist er in diesem Zusammenhang im Interview mit Focus Online darauf hin, dass bei „Schwiegertochter gesucht“ nicht ein solcher Zeitdruck herrschen würde wie bei stündlichen Nachrichtensendungen. So hält er die Konsequenzen, die er RTL nach Böhmermanns #Verafake gezogen hat, auch für falsch: „Da muss ich nicht das ganze Team austauschen, da müssen die Entscheider des Teams ausgetauscht werden.“ [kw]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

6 Kommentare im Forum

  1. Recht hat der gute Herr Meiser. Er gibt es wenigstens zu, dass die Kandidaten bewusst manipuliert und anschließend vorgeführt werden, damit die Quoten am Ende stimmen. Trotzdem hält RTL und Co an diesen fiesen Praktiken fest. Und das ist das menschenverachtende Verhalten des Senders, welches ich immer wieder verurteile. Deshalb verstehe ich auch nicht, warum sich hier einige User trotzdem vor diesen Sender und deren umstrittene Formate stellen und alles ganz toll finden, was RTL hier macht.
  2. Meiser halte ich in in diesem Punkt nicht für objektiv, da er ja schon mehrfach Auftritte in Böhmermanns Neo Magazin hatte.
  3. Und ob in Meisers Talkshow früher auch immer alles korrekt war, bezweifle ich stark. Irgendwie kommt mir da immer der Gedanke des Nestbeschmutzers!
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