Hat das ZDF Putin-Doku manipuliert?

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Das russsiche Staatsfernsehen beschuldigt das ZDF, eine Dokumentation über Wladimir Putin manipuliert und mit Falschaussagen unterfüttert zu haben. Das ZDF hingegen weist alle Manipulationsvorwürfe entschieden zurück.

Das ZDF will nicht manipuliert haben. Vorwürfe, nach denen Szenen in einer Dokumentation bewusst verändert wurden, hatte das russische Staatsfernsehen Russia 1 gegenüber dem Mainzer Sender erhoben. Dabei lautete der Vorwurf, das ZDF habe seinen Interviewpartner in der am 15. Dezember ausgestrahlten Sendung „Machtmensch Putin“ zu Falschaussagen verleitet.

Das russische Staastsfernsehen bezichtigt den deutschen TV-Sender der Lüge und wirft ihm vor, die Dokumentation über Wladimir Putin manipuliert zu haben. In der Sendung über die Ostukranie tritt der junge Russe Jurij Labyskin, den die Doku als „Igor“ einführt, als Augenzeuge auf, der von bis zu 30 000 russischen Soldaten in der Ostukranie spricht, obwohl Russland eine offizielle militärische Beteiligung immer von sich gewiesen hatte.
 
Nun hat sich Igor, der in der ZDF-Sendung nur verpixelt zu sehen war, im russischen Staatsfernsehen zu Wort gemeldet. Dort behauptet er, vom ZDF für seine Aussagen bezahlt worden zu sein. Putins Chefpropagandist Dmitri Kisseljow veruteilte das Vorgehen der deutscher Sendeanstalt daraufhin als massive vorsätzliche Manipulation.
 
Neben Labyskin zieht das russische Staatsfernsehen auch Rohmaterial von der ZDF-Dokumentation heran, um seine Aussage, der ZDF-Producer Valerij Bobkow habe Labyskin instrumentalisiert, zu belegen. Auf den Bändern sind  Bobkow, der als freier Producer im Auftrag des ZDF die Szenen in Kaliningrad und in der Ukraine gedreht hatte, und Labyskin in der Ostukraine zu sehen. Der ZDF-Producer soll laut Russsia 1 das Material seinem russischen Interviewpartner überlassen haben.
 
In einer Erklärung reagierte am Montag das ZDF auf den Verdacht und wies alle Vorwürfe von sich. Dem ZDF-Reporter Dietmar Schuman sei Jurij Labyskin als glaubwürdiger Interviewpartner erschienen, zu Falschaussagen habe er ihn nicht angestiftet. Auch der ZDF-Redaktion seien bei der anschließenden Prüfung des Interview-Materials keine Zweifel an den Aussagen des jungen Russen gekommen. So habe Labyskin detailliert auf Nachfragen geantwortet und nicht den Eindruck gemacht, auswendig Gelerntes wiederzugeben. Vielmehr sei man in Mainz von Labyskins Auftritt im russischen Fernsehen überrascht. Dort habe sich der Russe ganz anders gezeigt als im ZDF-Interview.
 
Ferner stellte das ZDF klar, dass das Rohmaterial, das Russia 1 vorliege, nicht aus seiner Feder stamme, ihm liege das entsprechende Material nicht vor. Außerdem gehöre es nicht zur Praxis der deutschen Fernsehanstalt, entsprechendes Produktionsmaterial an Interviewpartner herauszugeben. Das ZDF hätte niemanden ermächtigt, das Rohmaterial Dritten zur Verfügung zu stellen. [kw]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

111 Kommentare im Forum

  1. Auch wenn alles "Echt" und nichts manipuliert wäre, würde es in die Hetze der deutschen Medien gegenüber Russland ins Bild passen. Schon allein der Sendetitel ist "reißerisch"... Ich glaube kaum, dass das ZDF einen Bericht unter dem Titel "Machtmensch Merkel" oder "Machtmensch Obama" gesendet hätte!
  2. Stimmt, die Sendung über Merkel des ZDF hieß mal: Macht Mensch Merkel Und die über Schröder von Beckmann: Macht.Mensch.Schröder
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