Intel will IPTV-Anbieter werden – und Zuschauer beobachten

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Intel wagt sich in bisher unbekanntes Terrain: Der Chiphersteller hat angekündigt, noch 2013 unter die Fernseh-Anbieter zu gehen. Mit eigenen TV-Paketen und einer Set-Top-Box mit Kamera will das Unternehmen im TV-Markt einsteigen.

Bis zum Jahresende will der amerikanische Chiphersteller Intel ein eigenes Angebot für Internetfernsehen zu starten. Die entsprechenden Pläne dazu wurden am Dienstag von Erik Huggers, General Manager of Intel Media, während einer Branchenkonferenz in Kalifornien vorgestellt. Demnach will das Unternehmen sein TV-Paket mit einer eigenen Set-Top-Box auf den Markt bringen, die Live-TV, Video-on-Demand-Inhalte sowie Apps enthalten soll. Das Empfangsgerät soll dabei wesentlich komfortabler sein, als bisherige Set-Top-Boxen.

So soll das Empfangsteil, das verständlicherweise mit Intel-Chips ausgestattet sein wird, beispielsweise mit einer hochauflösenden Kamera und einem Mikrofon ausgestattet sein. Neben sinnvollen Funktionen, wie Jugendschutz für die Kinder, sollen damit auch Funktionen ermöglicht werden, die potentiellen Stoff für Diskussion liefern. Über die Kamera soll der Zuschauer beobachtet werden, um die Popularität von Programmen zu messen. Die Set-Top-Box soll dann Daten zur Sehgewohnheit des Zuschauers zurück zu Intel schicken – was den Datenschützern dieser Welt höchstwahrscheinlich ein Dorn im Auge sein dürfte.
 
Intel will so die Individualisierung des Fernsehens vorantreiben und beispielsweise perfekt auf den Zuschauer zugeschnittene Werbung ausstrahlen. Für das Live-TV- und VoD-Angebot verhandele das Unternehmen aktuell schon mit Rechteinhabern, so Huggers. Jedoch seien die Content-Zulieferer derzeit noch nicht an einer Individualisierung der Angebote interessiert. Der Weg führe hier noch immer über Programmpakete, anstatt über à-la-carte-Fernsehen, wobei man sich die empfangenen Sender selbst zusammensuchen könnte.
 
Huggers kündigte das Intel-Fernsehen trotzdem als bequemer und intelligenter an, als die bisherigen Produkte. Einen Namen für die TV-Pläne von Intel gibt es bisher offiziell noch nicht, genauso wenig wie Preisinformationen. Erik Huggers, der das Projekt des Chipherstellers leitet, war zuvor bei der britischen BBC tätig und maßgeblich am Start des iPlayer – quasi der Mediathek der BBC – beteiligt. [hjv]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

5 Kommentare im Forum

  1. AW: Intel will IPTV-Anbieter werden - und Zuschauer beobachten Also ich möchte nicht beim Fernsehen beobachtet werden oO
  2. AW: Intel will IPTV-Anbieter werden - und Zuschauer beobachten Wie geil....was es da wohl alles zu sehen gibt ich guck gleich mal Stellenausschreibungen bei Intel durch Aber ich denk mal, die Generation Facebook wird wie immer begeistert sein.
  3. AW: Intel will IPTV-Anbieter werden - und Zuschauer beobachten Mit Mikrofon - fein. Da kann man eine "schöne" Rückkopplung erzeugen.
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