Italienische Verhältnisse: Murdoch fordert Berlusconi heraus

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Rom – Das Pay-TV-Angebot des australischen Medienunternehmers bereitet der TV-Gruppe des Ministerpräsidenten zunehmend Probleme.

Italien bietet derzeit ein Schauspiel, in dem zwei der weltgrößten Medienzaren die Rollen als Hauptdarsteller übernehmen. Zwischen Berlusconi und Murdoch, dem mächtigen Chef der Medienholding News. Corp., herrscht offener Krieg. Grund ist, dass Murdoch mit seinem Bezahlsender Sky Italia der von Berlusconi kontrollierten Sendergruppe Mediaset zunehmend in die Quere kommt – und sich Berlusconi entsprechend wehrt, darüber berichtet „Die Welt online“.
 
Nach „Welt“-Darstellung alt die Beziehung der beiden lange Zeit als verhältnismäßig gut. Die beiden hätten sich früher häufig zum Abendessen in der Mailänder Wohnung Berlusconis getroffen und dort über ihre Geschäfte zu sprechen. Gerüchten zufolge vereinbarten sie auch, sich nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen. Berlusconi hatte deswegen auch wenig Sorgen, als Murdoch im Jahr 2003 zwei marode Bezahlsender zu Sky Italia fusionierte. Immerhin sah er sie nicht als Konkurrenz zu seinem Sender Mediaset an.
 
Das habe sich geändert. „Sky ist zu einem mächtigen Sender geworden. Während andernorts Bezahlsender wie Premiere in Deutschland an den Rand der Pleite schlitterten, baute Murdoch seine Sky Italia zu einer Macht mit über 4,5 Millionen Abonnenten aus“, schreibt die „Welt“.
 
Das Beratungsunternehmens IT Media Consulting erwartet, das Sky im kommenden Jahr nach Umsatz sowohl die staatliche Sendergruppe Rai als auch Mediaset überholen wird.
 
Berlusconi weiß, dass Sky Italia kein Nischensender mehr ist, sondern eine Macht. Sky Italia wird künftig nicht nur im Wettbewerb um Moderatoren, sondern auch bei Verhandlungen um Rechte für Fernsehserien, Spielfilme und Sport stärker auftreten.
 
„Das war schon im England so“, sagt Pietro Candela von der Managementberatung Booz & Company. Auch auf der Insel haben Konflikte zwischen dem Bezahlsender BSkyB und den frei verfügbaren Sendern erheblich zugenommen, nachdem BSkyB, ebenfalls Teil der News Corp., mit zehn Millionen Zuschauern zu mächtig wurde.
 
Berlusconi trägt seinen Teil dazu bei, dass die Konflikte täglich zunehmen. Mit Mediaset Premium betreibt seine Sendergruppe immerhin auch einen schnell wachsenden Bezahlsender, der Sky Italia kräftig Konkurrenz macht. Der Sender wird über digital-terrestrischen Funk übertragen und funktioniert nach dem Pay-Per-View-Prinzip.
 
Die Kunden bezahlen nur für Sendungen, die sie sich auch wirklich ansehen möchten, statt sich wie bei Sky Italia über Monate mit einem Abonnement zu binden. Das kommt vor allem bei jungen und sparsamen Zuschauern gut an.

Welche Auswirkungen die Rivalität der beiden Medienmogule auf dem italienischen Markt für das gemeinsame Engagement beim deutschen Pay-TV-Anbieter Premiere haben wird, steht derzeit in den Sternen. Dort agiert Rupert Murdoch als Mehrheitsaktionär, doch auch Silvio Berlusconi gehören über seine Firma Fininvest 3,134 Prozent der Anteile. [mg]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

3 Kommentare im Forum

  1. AW: Italienische Verhältnisse: Murdoch fordert Berlusconi heraus Das wäre doch was wenn P.(der Rest wurde wegoptimiert) mehr Umsatz als die Öffis machen würde Aber in Deutschland kämpt das Pay TV ja gegen Windmühlen
  2. AW: Italienische Verhältnisse: Murdoch fordert Berlusconi heraus Berlusconi braucht nur ein Gesetz machen, das Sky Italia verbietet und alles ist paletti . Wird sicher auch kommen, wenn Sky dort noch stärker wird
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