Kabel Deutschland unterwirft sich Vodafone

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Am heutigen Mittwoch hat Kabel Deutschland seine Aktionäre zu einer außerordentlichen Hauptversammlung nach München geladen. Ziel ist es, den Gewinn- und Beherrschungsvertrag mit Vodafone in trockene Tücher zu bekommen.

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Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am heutigen Donnerstag warb Kabel-Deutschland-CEO Adrian von Hammerstein in seiner Eröffnungsrede für die Zustimmung zu dem Gewinn- und Beherrschungsvertrag mit Vodafone. Dieser ist bei der kurzfristig einberufenen Versammlung auch der einzige Tagesordnungspunkt. Aufgrund des anwesenden Mehrheitsaktionärs Vodafone (ca. 76 Prozent der Kabel Deutschland Aktien) gilt die Abstimmung als reine Formsache.

Interessant waren aber auch weitere Punkte in der Rede von von Hammerstein. So will Vodafone seine Festnetzkunden auf das Kabel Deutschland Netz migrieren. Im Gegenzug soll Kabel Deutschland seine Mobilfunkkunden, die aktuell im Netz von O2 telefonieren und surfen, ins Vodafone-Mobilfunknetz überführen. Somit steht fest, was schon lange vermutet wurde: Kabel Deutschland wird als Festnetzdienstleister agieren, während die Mobilfunksparte unter der Marke Vodafone läuft. 


 
Bei Annahme des Vertrages durch die Aktionäre verabschiedet sich Kabel Deutschland endgültig aus der Unabhängigkeit und unterwirft sich den Weisungen der neuen Mutter. Dabei gilt der Gewinnabführungsvertrag ab 1. April 2014, also mit dem Start des neuen Geschäftsjahres. Vodafone garantiert darin jährliche 3,77 Euro brutto pro Aktie statt einer Dividende. Dieser Betrag ist für die gesamte Vertragslaufzeit vereinbart, unabhängig wie viel Gewinn das Unternehmen künftig macht.
 
Auch wenn heute eine Zustimmung zum Vertrag herauskommt, darf in den kommenden Tagen mit der Einreichung von Klagen einiger Aktionäre gerechnet werden. Bei der allgemeinen Aussprache, bei der Aktionärsvertreter zu Wort kamen, zeichnet sich dies bereits ab. Ein Aktionär kommentierte dies mit den Worten: „Hier munitionieren sich einige für kommende Klagen“.
 
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5 Kommentare im Forum

  1. Unabhängig, dass ich KDG nicht mag; ist das ein Beispiel, wie Vodafone einen Konkurrenten los wird und ausnimmt. Und die Vorstandschefs der übernommen Unternehmen machen immer fleissig mit, da sie nach erfolgter Bearbeitung mit einer fetten Prämie abdampfen. 3,77 EUR Garantie pro Aktie pro jahr... Da kann man schon mal 3-5 Jahre ein Unternehmen ausbluten lassen, um es dann günstig endgültig den Boden gleich zu machen. Die Reste, also besonderes die Kunden-Datei behält man dann und den Rest des Netzes gibt man günstig ab.
  2. AW: Kabel Deutschland unterwirft sich Vodafone Du solltest deinem Browser mal die zwangsweise Unicode-Nutzung abgewöhnen. Den Zeichensatz der Website zu übernehmen erhöht die Lesbarkeit ungemein
  3. AW: Kabel Deutschland unterwirft sich Vodafone Die 3,77 Euro pro Aktie sind der Garantiebetrag für die verbliebenen Minderheitsaktionäre als Entschädigung dafür, dass die KDG beherrscht wird und ihren Gewinn abführt. Ein Gewinnabführungsvertrag beinhaltet aber stets auch die Verpflichtung, Verluste auszugleichen. Macht KDG also Verluste, muss Vodafone diese ausgleichen UND trotzdem die 3,77 Euro an die verbliebenen Minderheitsaktionäre zahlen.
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